22.02. +++ In der Stille

Armin Rohde und Joachim Król in DAS HAUS AM ENDE DER STRASSE (Bild von www.daserste.de)
Armin Rohde und Joachim Król in DAS HAUS AM ENDE DER STRASSE (Bild von www.daserste.de)

Lakonie ist nicht alles. Oder anders gesagt: Knappheit allein macht noch keine Kunst. Aber wenn mans richtig macht… Ich hab es an dieser Stelle schon häufiger festgestellt, dass Kunst in der Stille statt findet. Das gilt für Musik oder für den Raum zwischen den Worten. Es gilt aber auch für Schauspieler. Joachim Król, der den Frankfurter Tatortkommissar Steier spielt, der sich heute in den Ruhestand verabschiedet, ist einer, der das kann. Wäre er ein schlechterer Schauspieler, hätte der Tatort DAS HAUS AM ENDE DER STRASSE zu wenig Dialog im Drehbuch gehabt, aber die Autoren Erol Yesilkaya und Michael Proehl wussten natürlich, dass sie für Król schreiben. Aber natürlich nicht nur für ihn. Auch für einen ebenso brillanten Semi-Bösewicht Armin Rohde und die nicht minder gut spielenden Verbrecher Maik Rogge, Vincent Krüger und Janina Schauer. Die sind alle auch gut, aber Król – eine Ausnahme.

Ein Dankeschön ist angebracht: Joachim Król (Bild von www.daserste.de)
Ein Dankeschön ist angebracht: Joachim Król (Bild von www.daserste.de)

Ich habe früher – zum Beispiel in den Donna Leon Verfilmungen mit Król – manchmal den Eindruck gehabt, er wirke manieriert, habe Tics. Und ich glaube tatsächlich, dass wenn er mehr Dialog hat, viel zu spielen, er manchmal „sonderbar“ wirkt. Vielleicht, weil das mehr ist, als er im normalen Leben tun würde. Ich kennen ihn nicht, aber es scheint mir Einiges darauf hin zu deuten, dass er auch privat ein Mann weniger Worte ist. Was soll ich weiter versuchen, ein Loblied über das Schweigen in Worte zu fassen. Worüber man nicht reden kann, darüber muss man schweigen.


Anwendungsgebiete: Halsentzündungen
 
Einnahme: In der Stille genießen.

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