Time to say Good-Bye

xa35-default_tcm83-1321609Es ist eine geraume Weile her, dass ich mich zuletzt schriftlich hier im Blog ergangen habe, und ich will versuchen, die gute Gewohnheit wieder aufleben zu lassen. Anlass heute: Der Abschied von einem hübschen Camcorder, den mir und uns Canon für immerhin zwei Monate zur Verfügung gestellt hatte, nämlich der XA35. Vorstellig geworden war ich bei Canon zunächst einmal mit meinem YouTube-Kanal, und natürlich habe ich in den letzten Wochen einige neue Videos mit diesem schnuckeligen semi-professionellen Camcorder produziert, der mindestens so einfach zu bedienen ist wie mein alter Sony Camcorder, aber eben qualitativ deutlich hochwertiger.

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Den wichtigsten Einsatz hatte die XA35 jedoch auf der Bühne, nämlich bei PHONE HOME, unserem tri-nationalen, vernetzten Theaterprojekt, das nach Proben seit Anfang September (und Vorbereitung seit 2014) in den letzten beiden Wochen über die Bühnen in London, München und Athen gegangen ist. Die XA35 hatte eine wichtige Funktion, in der sie sich glänzend bewährt hat: Sie fing auf der Bühne Bilder von unseren Performern ein, die über eine Capture Card an ein Editing Programm gingen, das eine „Virtuelle Kamera“ daraus erstellte, welche wiederum als Videosignal für zwei Skype-Instanzen diente, über die wir uns jeweils mit London und Athen vernetzten. Der große Vorteil des Camcorders für uns war, dass er einerseits intuitiv zu bedienen ist, andererseits aber eine Vielzahl von Einstellungsmöglichkeiten und Schnittstellen bietet. Wesentlich für den Einsatz im Theater war beispielsweise die manuell einstellbare Belichtung mittels kleinem Rädchen; ebenfalls essentiell die Ausgabe via HDMI oder SDI. Die ursprünglich angedachte Verwendung der XLR-Mikrofoneingänge kam für unser Projekt doch nicht in Frage, weil sich Richtmikrofone im Einsatz nicht bewährten (zuviel Echo und Raum) und wir auf Mikroports zurückgreifen mussten. Im Handling der externen Mikrofone bei unseren Proben zeigte sich die XA35 jedoch sehr benutzerfreundlich.

Der zweite Einsatzbereich, in dem ich den Canon Camcorder testen konnte, war die Produktion von YouTube-Videos (ich erstelle ja einmal wöchentlich ein „Weltliteratur to go„-Video mit kleinen Playmobilkollegen). Die Aufgabe für den Camcorder war denkbar simpel: Eine feste Einstellung, vor der Kulissen wechseln und Playmobilmännchen mal in Naheinstellung, mal in Totale sichtbar sind. Gewohnheitsmäßig agiere ich bei diesen Aufnahmen mit Autofokus, so auch bei der XA35 – die eine deutlich schnellere und treffsicherere Automatik als meine Sony Handycam CX105. Die Tonaufnahme bei meinen Videos erfolgt über die eingebauten Mikrofone. Dabei war es bei der XA35 von Nachteil, dass ihre Richtcharakteristik offenbar deutlich stärker nach vorn ausgelegt ist, als bei meiner alten Sony, denn die Aufnahme klang dumpfer und weiter entfernt. Hätte ich die Möglichkeit, sie weiter zu nutzen, würde ich einfach ein externes Lavalier-Mikro o.ä. einstecken und mir ans Revers heften.

Fazit: Insgesamt hat mich die XA35 sehr beeindruckt, vor allem der Bildstabilisator bei freihändigen Aufnahmen und die Infrarot-Option machen viel Spaß bei der Benutzung. Ein wenig enttäuschend finde ich die Tatsache, dass der Camcorder zwar über WLAN (per App) steuerbar ist und Zugriffe möglich sind, dass jedoch Livestreaming direkt aus dem Gerät nicht möglich ist – ein echtes Manko, denn von der Funktionalität her würde der Camcorder nichts als Livestreaming-Kamera zu wünschen übrig lassen.

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