Lego vs. Playmobil

Da ich berufsmäßig viel mit Playmobil spiele, rollen sich mir regelmäßig die Zehennägel auf, wenn ich Kommentare wie den folgenden lese:

Natürlich nicht wegen des Lobes, das ist toll, sondern wegen Lego. Wer den Unterschied zwischen Playmobil und Lego nicht kennt, war offensichtlich nie ein Kind. Also in Europa oder der wohlhabenden Restwelt. Also seit den 1970ern. Es ist nicht so, dass ich Lego nicht mag. Als Kind habe ich viel mehr mit Lego als mit Playmobil gespielt, obwohl es von beiden Spielzeugspezies ausreichend Angehörige in unserem Hause und natürlich im Hause von Mitschülern und Cousins gab. „Lego vs. Playmobil“ weiterlesen

Was ist Weltliteratur?

Parthenon of Books

Neulich fragte mich jemand, was ich eigentlich glaube, das Weltliteratur sei. Eine berechtigte Frage, denn immerhin heißt mein Kanal großspurig nach diesem Genre, und vorneweg will ich ein freimütiges Geständnis ablegen: Nicht alle Werke, die ich bisher schon verplaymobilisiert habe und in Zukunft zusammenfassen werde, qualifizieren sich meines Erachtens für den schönen Titel „Weltliteratur“. „Was ist Weltliteratur?“ weiterlesen

PHONE HOME – Theater Vernetzt!

PHW 100316 21Wann hast du zuletzt nach Hause telefoniert? Wie bleiben wir in Verbindung? Ist der Schmerz oder die Freude größer, wenn wir uns hören und sehen – aber nicht spüren? Die Finger tanzen einen Sehnsuchtstanz auf dem Zauberspiegel des Handys.

Wir leben in einer global vernetzten Welt. Die Tatsache, dass seit Monaten hunderttausende Geflüchtete nach Europa kommen, hat mit wirtschaftlicher Not, mit Konflikten und Kriegen, aber mehr noch mit der Tatsache zu tun, dass Informationen über die Möglichkeiten von Flucht und Migration überall auf der Welt verfügbar sind. Nicht nur die Geflüchteten, auch Politik, Hilfsorganisationen, Firmen bemühen sich intensiv durch internationale Kommunikation der Krise Herr zu werden. Damit wird das Internet zum zentralen Ort, an dem sich Flucht manifestiert. Mit dem international vernetzten Theaterprojekt PHONE HOME beschreiten wir einen neuen Weg der Theaterarbeit: Theatermacher aus drei Ländern erarbeiten gemeinsam ein Stück, das gleichzeitig auf drei Bühnen in London, München und Athen gespielt und über Videokonferenzen miteinander verbunden ist. Dabei geht es um eine Frage: Wie kommunizieren wir über Flucht und Migration? „PHONE HOME – Theater Vernetzt!“ weiterlesen

Provinz On Air #TheaterimNetz

Livestream_Theater_UlmEin Beitrag zur #Blogparade #TheaterimNetz. Danke für die Initiative, liebe Kulturfritzen. 🙂

Es ist ja nicht alles schlecht, was aus dem Stadttheater kommt. Ich zum Beispiel. Bis 2014 habe ich als Dramaturg in Ulm gearbeitet und da ein Livestreaming-Projekt aufgebaut, von dem ich ein bisschen erzählen möchte.* Die Idee entstand aus der Zusammenarbeit mit einer lokalen Internet-Plattform (früher gabs ja noch andere soziale Netze außer Facebook…) team-ulm.de. Mehrere der Macher dieses Teams (zum Beispiel der großartige Stefan Kaufmann) begleiteten mit fantastischem Engagement die Poetry Slams, die wir im Theater veranstalteten, indem sie jedesmal Videobeiträge zu YouTube stellten. Da sie auch Erfahrung mit Livestreaming hatten, beschlossen wir, ein Slam-Event aus dem Großen Haus des Theaters live zu übertragen (POETRY! DEAD OR ALIVE? am 18.03.2011). Dieser Testlauf verlief qualitativ sehr zufriedenstellend – wir hatten ihn allerdings nicht an die große Glocke gehängt. „Provinz On Air #TheaterimNetz“ weiterlesen

Es steht geschrieben +++ Zur Auswahl

Vielleicht ist das jetzt ein bisschen weit ausgeholt, aber das kann man ja mal machen. +++ Wenn ich mir Gedanken darüber mache, was wir wissen können, was wir tun sollen und was wir hoffen dürfen, stehe ich immer wieder vor folgendem Problem: Wenn das Universum aus einer endlichen oder von mir aus auch unendlich unendlichen Anzahl von Teilchen besteht – das können wir nicht wissen, aber es müsste ja so sein. „Es steht geschrieben +++ Zur Auswahl“ weiterlesen

Gehacktes

„Gehacktes“ ist die undeklinierbare nordhessische Bezeichnung für Mett. Als Vegetarier finde ich diese Masse kulinarisch eher weniger attraktiv, aber die grammatische Unbeugsamkeit des Gehacktes (so heißt das nämlich) ringt mir Bewunderung ab. Dem Gehacktes (ja!) ist es egal, ob man auf es herabschaut, es weiß, was es kann, nämlich aus simplem Schweine- und/oder Rindfleisch (wenn beides, dann „Gehacktes halb und halb“) zur Gaumenfreude des Fleischfressers werden. „Gehacktes“ weiterlesen

Verzapft +++ Was Kunst ist

Achtung, sie können mich mit folgendem nur vage plagiierten Satz zitieren: „Kunst ist die Spur, die das Ringen des Menschen mit sich selbst hinterlässt.“ Also eine absichtlich gelegte Spur, damit man (die Ermittler, die den Tatort zu Gesicht bekommen) sich Gedanken zum Tathergang macht. Machen. Kunst ist demnach etwas, das Leute benutzen, um andern Leuten, die sie womöglich gar nicht kennen, etwas zu sagen, ohne es ihnen direkt zu sagen. Damit sies später mal besser haben, zum Beispiel. „Verzapft +++ Was Kunst ist“ weiterlesen

Unser täglich Kunstwerk

Prolegomenon*

Endlich ist wieder Neujahr und Zeit für Neuanfänge. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob ich meinen (einzigen) Vorsatz 2014 („Mehr denken!“) gewissenhaft verwirklicht habe – ich müsste mal drüber nachdenken – aber selbst wenn nicht, kann das ja kein Argument gegen neue gute Vorsätze sein. Ich liebe gute Vorsätze: man hat das Gefühl etwas Gutes getan zu haben, und wenn man nur ein bisschen schlechtes Gedächtnis hat, sind sie auch keine große Belastung. Andererseits finde ich die asketische Beschränkung auf einen guten Vorsatz – naja noch besser, eben. Der einzige gute Vorsatz wird dann sozusagen zu einem superguten Vorsatz. Und welcher soll es 2015 sein? Da ich statistisch betrachtet mein halbes Leben bereits sinnlos verpulvert habe, scheint mir eine gesundheitsfördernde Maßnahme sinnvoll, sonst kann sichs bald mit dem weiteren verpulvern. Nach Durchsicht meiner Finanzen und einer kurzen Recherche der einschlägigen Angebote vor Ort steht fest: Fitnessstudio, Yoga, Pilates – alles zu teuer. Gesünder ernähren als jetzt schon kann ich mich sowieso nicht, deshalb bleibt nur eins: Die Steigerung des körperlichen Wohlbefindens durch Kulturkonsum. „Unser täglich Kunstwerk“ weiterlesen