13.02. +++ Game of Thrones

Ganz klar von den falschen Beratern umgeben: King John, hier im lebensechten Disney-Portrait (Bild von www.blogs.disney.com)
Ganz klar von den falschen Beratern umgeben: King John, hier im lebensechten Disney-Portrait (Bild von www.blogs.disney.com)
Eigentlich kennt ihn jeder aus den unterschiedlichsten Robin-Hood-Bearbeitungen, er ist der große Bösewicht hinter so kleinen wie dem Sheriff von Nottingham, der ewige Unzufriedene, der gern König sein möchte, und schließlich der Usurpator des Throns seines Bruders,  – Prince John. Was die Popkultur nicht so sehr interessiert ist die Tatsache, dass aus Prince John nach dem Tod seines Bruders Richard Löwenherz tatsächlich King John wurde. „13.02. +++ Game of Thrones“ weiterlesen

12.02. +++ Gewicht

David Adjaye, Modell zur MOSCOW SCHOOL OF MANAGEMENT SKOLKOVO
Massiv: David Adjaye, Modell zur MOSCOW SCHOOL OF MANAGEMENT SKOLKOVO

Manchmal ist Kunst ein bisschen anstrengend, jedenfalls in Form von Ausstellungen. Da ich heute ohnehin im Haus der Kunst war, wollte ich das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden, und mir auch noch die aktuellen Ausstellungen anschauen. Es wird geboten: Der Medienkünstler (? sagt man das so? jedenfalls gab es eine ganze Menge Medien in seiner Abteilung) Mark Leckey und der Architekt David Adjaye. Nachdem Herr Leckey und ich uns nicht auf Anhieb sympathisch waren, habe ich mich ein bisschen länger in der Architektur-Abteilung getummelt. Und mir dabei ein paar ganz grundsätzliche Fragen gestellt: Wie ausstellbar ist Architektur? Wie nötig ist es, sie auszustellen? Ist das eigentlich Kunst? „12.02. +++ Gewicht“ weiterlesen

11.02. +++ Star Cross’d

Not to be: So wird aus Luke leider kein Hamlet
Not to be: So wird aus Luke leider kein Hamlet

Als ich noch in Freiburg englisches Studententheater gespielt habe, anno ’97 bis ’00, haben wir uns schwerpunktmäßig für zwei Dinge begeistert: Shakespeare und Star Wars. Leider kann man Star Wars aus urheberrechtlichen Gründen nicht auf die Bühne bringen – nicht, dass wir uns sonst viele Gedanken über sowas gemacht hätten, aber bei George Lucas wärs sicher aufgefallen und teuer geworden. Deshalb haben wir halt Shakespeare gespielt, was auch Spaß gemacht hat. Was uns damals fehlte, war die geniale Idee, die Ian Doescher, ein Shakespeare- und Star-Wars-Fan aus Portland, Oregon, hatte: Star Wars in die Form eines Shakespearedramas zu bringen. „11.02. +++ Star Cross’d“ weiterlesen

10.02. +++ Fremde Tiere

Zwei Titelhelden: Der Emigrant und sein erster Freund
Zwei Titelhelden: Der Emigrant und sein erster Freund
Wer sich schon einmal über einen längeren Zeitraum im Ausland aufgehalten hat, kennt das Gefühl: Tiefe Verlorenheit, wo Menschen, Sprache, Essen, ja die einfachsten Dinge des täglichen Lebens völlig anders sind als zu Hause. Was bei einer Ferienreise ein leichter und anregender Nervenkitzel ist, nämlich das Bekannte hinter sich zu lassen, und mit der Unsicherheit des Anderswo zu flirten, büßt jeden Reiz ein, wenn es kein zurück gibt. Wenn die Brücken abgebrochen sind und es kein Netz und keinen doppelten Boden gibt. Angst wird zum ständigen Begleiter; Angst, das Falsche zu tun, in Not zu geraten, bedroht zu werden. „10.02. +++ Fremde Tiere“ weiterlesen

09.02. +++ Wie Bier klingt

Viel cooler als SHADES OF GREY: DIFFERENT SHADES OF BLUE von Joe Bonamassa (Foto von www.en.wikipedia.org)
Viel cooler als SHADES OF GREY: DIFFERENT SHADES OF BLUE von Joe Bonamassa (Foto von www.en.wikipedia.org)

Man kann sich seine Drogen nicht aussuchen. Ich glaube, es ist wissenschaftlich bewiesen, und wenn nicht, sei es zumindest emphatisch behauptet: Die Affinität zu bestimmten Suchtstoffen ist genetisch. Ich zum Beispiel wäre niemals Vegetarier geworden, wenn ich das gleiche Verlangen nach Fleisch verspüren würde, das ich nach Keksen habe, oder Zucker ganz allgemein. Nikotin ist mein Verderben nicht; Alkohol ist ein Mittelding; ich kann es ohne weiteres ohne aushalten. Manchmal allerdings, manchmal trinke ich ganz gern ein Bier, und ich habe heute festgestellt, dass sich das Verhältnis zwischen Joe Bonamassa und mir in der Zukunft wohl bierähnlich entwickeln wird. „09.02. +++ Wie Bier klingt“ weiterlesen

08.02. +++ Hautnah

Diana Damrau (Lucia) und Pavol Breslik (Edgardo) in LUCIA DI LAMMERMOOR (Foto von www.staatsoper.de)
Stillleben mit impulsiver Dame: Diana Damrau (Lucia) und Pavol Breslik (Edgardo) in LUCIA DI LAMMERMOOR (Foto von www.staatsoper.de)
Aristokraten habens auch nicht leicht. Zum Beispiel der nette Herr Ashton, der nun wirklich Sorgen genug hat, einen Todfeind, ein großes Haus, Geldprobleme, und dann auch noch eine unverheiratete Schwester, die partout nicht macht was er will. Lucia, so der Name des Satansbratens, hat sich ausgerechnet und bestimmt absichtlich in eben diesen Todfeind, Edgardo, verliebt und er auch in sie und sie wollen heiraten. Weil das Enrico, so heißt ihr Bruder mit Vornamen, verhindern will, jubelt er ihr einen gefälschten Brief von Edgardo unter, um dessen Untreue zu beweisen und sie zur Heirat mit Enricos Verbündetem Lord Bucklaw zu bewegen. Was dann auch passiert; sie unterschreibt den Heiratsvertrag und just in diesem Moment stürzt ihr ehemaliger Zukünftiger Edgardo herein und – „08.02. +++ Hautnah“ weiterlesen

07.02. +++ Weltbilder

Kim Catrall als vulkanische Extremistin sollte eigentlich jeden Zweifel am Kunstcharakter von THE UNDISCOVERED COUNTRY zerstreuen (Foto von https://neatnik2009.files.wordpress.com)
Kim Catrall als vulkanische Extremistin sollte eigentlich jeden Zweifel am Kunstcharakter von THE UNDISCOVERED COUNTRY zerstreuen (Foto von https://neatnik2009.files.wordpress.com)

Das ist ein bisschen heikel, soviel will ich gleich voraus schicken. Bei Werken wie 2001 – A SPACE ODYSSEY haben wir wahrscheinlich kein Problem, uns darauf zu einigen, dass es Kunst ist. Aber ein Star Trek Film? Ich habe heute den sechsten Kinofilm der Reihe, THE UNDISCOVERED COUNTRY, wieder einmal angeschaut, es wird etwa das sechste Mal gewesen sein, denn ich mag viele dieser Filme um Kirk, Spock, Janeway, Sisko und wie sie alle heißen. „07.02. +++ Weltbilder“ weiterlesen

06.02. +++ Lungenentzündung in Kalifornien

George Gardner Symons, WINTER LANDSCAPE (1920, Öl auf Leinwand, 55x66 Zoll; Foto aus exhibbit)
George Gardner Symons, WINTER LANDSCAPE (1920, Öl auf Leinwand, 55×66 Zoll; Foto aus exhibbit)
Mein Freund Wikipedia schreibt (auf englisch) über den amerikanischen Maler George Gardner Symons (1861-1930), dass er als Impressionist gern im Freien arbeitete. Außerdem wird berichtet, er sei auf Winterlandschaften spezialisiert gewesen (die kann er dann wohl nicht in Kalifornien gemalt haben) und schließlich, dass er leider viel zu früh an einer Lungenentzündung verstarb. Es zeigt sich einmal mehr, dass Kunst, vor allem im Freien, gefährlich, wenn nicht gar tödlich sein kann. Ich habe mir heute Nachmittag eines seiner Werke (WINTER LANDSCAPE, 1920) in einer hübschen Galerie in Palm Desert, Kalifornien, angesehen, allerdings das Haus zu diesem Zweck nicht verlassen. Man kann ja nie wissen.

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05.02. +++ Rettet das Abendland

Schmierereien in Vorra, Bayern (Foto: www.br.de)
Schmierereien in Vorra, Bayern (Foto: www.br.de)

Die Frau eines kleinen Handwerkers wird auf offener Straße sexuell belästigt. Von einem Ausländer. Er nimmt sie am Arm und fordert sie auf, mitzukommen. Sie wehrt sich, aber er entgegnet nur: „Komm mit, oder ich zwinge dich dazu.“ Ihr Mann tritt auf, und wir erwarten, dass sich die Szene jetzt dreht, aber der ist gerade beschäftigt: Ein anderer Ausländer, ein Kumpel des ersten, hat ihn bestohlen – um zwei Tauben, die er zum Abendessen gekauft hatte. Der Dieb leugnet die Tat nicht, sondern droht mit diplomatischem Ärger, falls der Handwerker was will. Und diplomatischer Ärger, das wissen alle Beteiligten, ist für den Mittelstand nicht gut.

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