03.01. +++ Joan Baez, Vol. 2

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Kann man heute auch als CD kaufen: Joan Baez Vol. 2 (Foto von www.acerecords.co.uk)

Ich hoffe, Sie kennen das: Wenn man von einem Lied ganz unerwartet getroffen wird. Mein heutiges Kunstwerk ist mir auf diese Weise zugestoßen, es ist DONNA DONNA in der Version von Joan Baez auf ihrem Album JOAN BAEZ VOL. 2 von 1961. Ich hatte das Album schon länger, habe mir aber nie die Mühe gemacht, es ganz anzuhören – ein Fehler. Die meisten der Folksongs, die sie darauf singt, fallen wohl in die Kategorie „Traditional“, wenn auch DONNA DONNA zum Zeitpunkt der Aufnahme kaum zwanzig Jahre alt war. Aber bevor ich mich in Fakten verliere, versuche ich lieber, die Wirkung dieses Liedes zu beschreiben. Ich höre ein paar Gitarrenakkorde, dann aber eine kleine Geschichte, von einem Kalb, einer Schwalbe und einem Bauern, der das Kalb zum Markt – wahrscheinlich zur Schlachtbank – fährt und sich auch noch halb über das unglückliche Kalb lustig macht. „03.01. +++ Joan Baez, Vol. 2“ weiterlesen

02.01. +++ Wer’s glaubt, wird selig

Wersglaubt
Erschreckend authentische Seventies-Gesichtsbehaarung: Christian Ulmen und Nikolaus Paryla in WER’S GLAUBT WIRD SELIG (Foto von http://www.wers-glaubt-wird-selig-film.de/)

Ich gebe zu, ich bin nicht so wahnsinnig handwerklich begabt, und wenns mal was zu bohren, aufzubauen, anzuschrauben, aufzuhängen undsoweiter gibt, habe ich schnell keine Geduld mehr und wills einfach hinter mich bringen, und dann wirds schief und ich ärgere mich, und der Hund pariert auch nicht mehr und ich bin unfreundlich zu meiner Frau – gut, die wollte ja auch zu Ikea. Naja. Am Ende eines langen Tages ist alles aufgebaut, installiert, geputzt und sogar die ***kartons zerkleinert und in der Tonne, und jetzt gibts ein Kulturgut. Die Entscheidung fällt auf einen Film namens WER’S GLAUBT, WIRD SELIG, über die Feiertage aufgezeichnet. Ich kenne ihn noch nicht, eine Freundin hat ihn aber wärmstens empfohlen und im Vorgängerfilm von Regisseur Rosenmüller (WER FRÜHER STIRBT IST LÄNGER TOT) haben wir sehr gelacht. Also rein in den neuen Ikeasessel und angeschnallt, denn es wird ein anspruchsvoller Abend für die Lachmuskeln. „02.01. +++ Wer’s glaubt, wird selig“ weiterlesen

übermich

MS
Lieblingsbeschäftigung als Dramaturg: Kulturbingo

Michael Sommer (*1976 in Kassel) stammt aus Nordhessen. Eine glückliche Kindheit mit viel frischer Luft und die natürliche Skepsis der Nordhessen gegenüber allem Unbekannten ließ in ihm ein Interesse an Kunst, insbesondere an Theater und Literatur wachsen. Paradoxerweise. Er studierte englische und deutsche Literatur (sowie ein bisschen Kunstgeschichte) in Freiburg und Oxford, wo er seine akademischen Bemühungen mit einem Master of Philosophy in „European Literature“ krönte. Er begann seine Theaterlaufbahn in Berlin und arbeitete ab 2003 elf Jahre lang am Ulmer Theater, als Regieassistent, Regisseur, Autor, Übersetzer und Dramaturg.

Während seiner langjährigen Arbeit als Leitender Schauspieldramaturg am Theater Ulm konnte er dort ein Livestreaming-Projekt aufbauen und sich eingehend mit dem Thema Theater und Netz beschäftigen. Er schreibt und inszeniert seit zehn Jahren Theaterstücke, zuletzt REFUGIUM (2014, Theater Ulm), ANTIGONE/SOPHIE (2013, Theater Ulm), ROMMEL – EIN DEUTSCHER GENERAL (2012, Theater Ulm, mit Stephan Suschke). Für seine Theaterprojekte arbeitete er unter anderem mit Flüchtlingen in Ulm und Neu-Ulm zusammen (REFUGIUM, 2014), entwickelte ein partizipatives Projekt mit Menschen mit und ohne Behinderung (RENT A FOOL, 2014), leitete eine Theatergruppe in einem Ulmer Gefängnis (WOYZECK, 2013) und entwickelte ein Präventionsstück zum Thema ‚Kinder psychisch kranker Eltern’ für Jugendliche (NUTTERS, 2010), das vier Jahre lang durch Süddeutschland tourte.

MS und Watson
Mit dem größten Fan (Watson)

 

01.01. +++ Der Erlkönig

Erlkoenig
König Erl, aus GOETHES GEDICHTE, Ebenhausen bei München: Wilhelm Langewiesche-Brandt, 1920.

Fangen wir auf der sicheren Seite an, dachte ich mir. Was Kleines, dachte ich mir. Wo fest steht, dass es auch Kunst ist. Und nahm einen Gedichtband vom Regal, um was ganz Klassisches aufzuschlagen: Goethes Erlkönig. Und las. Was nach einem mittelschweren Mittagessen geschah (es waren Bohnen im Spiel) und nachdem ich zum Lesen die gesunde horizontale Lage auf dem Sofa eingenommen hatte. Aber es ging mir gut, ich war neugierig darauf, den berühmten alten royalen Bekannten wieder einmal zu treffen, und ich las. Und spürte: Nichts. Gut, Lyrik verlangt schon auch ein bisschen mitdenken, beziehungsweise mitfühlen, also ging ich noch mal auf Los, konzentrierte ich mich und las noch einmal. Und siehe: eine große Schwere bemächtigte sich meiner. Und es war nicht meine Frau, die ist schlank. „01.01. +++ Der Erlkönig“ weiterlesen

Unser täglich Kunstwerk

Prolegomenon*

Endlich ist wieder Neujahr und Zeit für Neuanfänge. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob ich meinen (einzigen) Vorsatz 2014 („Mehr denken!“) gewissenhaft verwirklicht habe – ich müsste mal drüber nachdenken – aber selbst wenn nicht, kann das ja kein Argument gegen neue gute Vorsätze sein. Ich liebe gute Vorsätze: man hat das Gefühl etwas Gutes getan zu haben, und wenn man nur ein bisschen schlechtes Gedächtnis hat, sind sie auch keine große Belastung. Andererseits finde ich die asketische Beschränkung auf einen guten Vorsatz – naja noch besser, eben. Der einzige gute Vorsatz wird dann sozusagen zu einem superguten Vorsatz. Und welcher soll es 2015 sein? Da ich statistisch betrachtet mein halbes Leben bereits sinnlos verpulvert habe, scheint mir eine gesundheitsfördernde Maßnahme sinnvoll, sonst kann sichs bald mit dem weiteren verpulvern. Nach Durchsicht meiner Finanzen und einer kurzen Recherche der einschlägigen Angebote vor Ort steht fest: Fitnessstudio, Yoga, Pilates – alles zu teuer. Gesünder ernähren als jetzt schon kann ich mich sowieso nicht, deshalb bleibt nur eins: Die Steigerung des körperlichen Wohlbefindens durch Kulturkonsum. „Unser täglich Kunstwerk“ weiterlesen

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AN ARTWORK A DAY
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