11.01. +++ Kreatives Chaos

Bei Faustens schaut der Erdgeist vorbei
Bei Faustens schaut der Erdgeist vorbei

Bei den meisten nahen und fernen Nachbarn gelten wir Deutsche als ordentlich, fleißig, perfekt organisiert, humorlos und langweilig. Und wenn wir ehrlich sind – die meisten Deutschen sind ja auch so. Außer uns, natürlich. Nun könnte man vermuten, dass sich etwas von diesen Tugenden auch in dem Theaterstück wieder findet, das konkurrenzlos als Nationaldrama der Deutschen gilt: Goethes FAUST. Meine heutige Wiederbegegnung mit diesem Knittelversgebirge lässt mich urteilen, dass FAUST in keiner der genannten Kategorien punktet. Ein Nationaldrama, das ganz anders ist als die Nation?

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10.01. +++ Kalte Wolken

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Hier gehts immerhin um Kunst: Die Komponisten-Ebene (Foto von www.cloudatlas-derfilm.de)

Die Zutaten stimmen: eine geschickte Dramaturgie, tolle Schauspieler, unglaublich teure Ausstattung und atemberaubende elektronische Effekte. Und dann beruht der Film ja auch noch auf einem Roman (den ich nicht gelesen habe). CLOUD ATLAS müsste allen Indizien nach also Kunst sein. „10.01. +++ Kalte Wolken“ weiterlesen

09.01. +++ Vorwölbung

Benn Gedichte
Dr. Benns Beitrag zu meiner quasi-medizinischen Betrachtung der Kunst

Nach acht Tagen regelmäßigem Kunstkonsum beobachte ich verschiedene Veränderungen. Erstens: Vorfreude. Die Zeit, die ich jeden Tag mit der Kunst verbringe, ist eine in der Regel schöne, meist auch noch spannende und unterhaltsame. Die Zeit mit der Kunst tut meinem Seelengleichgewicht gut. Ich freue mich schon darauf. Zweitens: Wachsender Anspruch. Ein Werk zu finden, das meinen Erwartungen gerecht wird, wird nicht einfacher. Ich will weder jeden Tag das gleiche Genre noch immer bekannte Künstler zu mir nehmen. Und in Personalunion Redakteur, Showmaster und Konsument zu sein, macht die Sache nicht einfacher. Drittens: Steigender Druck. Wenn der vage entworfene Zeitplan für den Tag zu kippen droht, wenn ich kein Werk finde, das mich anspricht, wenn ich zu müde bin, um etwas zu lesen, zu hören, zu sehen, dann droht meine Seelenruhe akut zu entgleisen. So schön die Kunst ist, wenn man sie plötzlich entbehren muss, wird sie zum Unruhestifter.

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08.01. +++ Kampfspuren

Kaligraphie mit Grün HP 2000
Harald Puetz, KALIGRAPHIE MIT GRÜN (Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm, 2000)

Grün gilt unter Säugetieren nicht als gesunde Farbe. Grün darf sein, was rein geht, aber grün sollte nichts sein, was raus kommt. Grün soll das Parteibuch sein, aber nicht die Gesichtsfarbe. Oder gar petrol. Es ist kein Zufall, dass Aliens in aller Regel dunkelgrüne Schleimmonster sind, denn von Echsen/Krokodilen/Sauriern dieser Couleur sollte sich Otto Normalsäugetier besser fern halten.

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07.01.+++ Straße schwarzweiß

Rachmaninow
Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow (Foto: Wikipedia)

Die Welt der Musik zerfällt für mich in zwei Teile, diejenige zum Mitsingen und die eher anstrengende. Unter der nicht-singbaren Musik gibt es immer noch die Pfeifbare, ein Zugang, von dem ich gern Gebrauch mache, ansonsten aber höre ich mich oft eher Geräuschen denn Schönheit ausgesetzt. Dieses Schwarz-Weiß-Hören ist bitteschön mein ganz persönliches Problem, ich bin intuitiv nicht der instrumentale Genießer, was aber nicht heißt, dass ich Musik, Musikern oder Komponisten Wert und Qualität abspreche, nur mich springt halt seltener was wirklich an. Heute aber schon. Zunächst der Hund, „07.01.+++ Straße schwarzweiß“ weiterlesen

06.01. +++ Schlehenstücke

Silent Planet
Graeme McKnight und Matthew Thomas in der Uraufführungsinszenierung (Foto: Scott Rylander, von www.theguardian.com)

Leute, die freiwillig Theaterstücke LESEN sind entweder Spinner, Streber oder Dramaturgen. Oft fallen mehrere dieser Umstände zusammen. Wie bei mir. Theater ist NATÜRLICH eine Livekunst, die Schauspieler, Bühne und Publikum braucht, aber mei, für den kleinen Geldbeutel oder den anspruchsvollen Geschmack tuts auf jeden Fall auch das Kopftheater sponsored by Reclam. „06.01. +++ Schlehenstücke“ weiterlesen

Meine Stücke

Kripo Ulm: Episode 2 – Theaterblut
Eine filmische Krimi-Theater-Reihe
nach einer Idee von Daniel Grünauer
Uraufführung 13.01.2017, Theater Ulm
>>> Trailer

Phone Home
Ein tri-nationales Theaterprojekt.
Texte von Eri Kyrgia, Yannis Kalavrianos, Nora Schüssler, Michael Sommer, Zodwa Nyoni, Tom Mansfield
Regie Yannis Kalavrianos, Tom Mansfield, Michael Sommer
Uraufführung 19.10.2016, Shoreditch Townhall, London; Schwere Reiter, München; Sfendoni Theater, Athen.
>>> Projektbeschreibung
>>> Dokumentation

Oh, wie schön ist Panama (Libretto)
Kindermusical von Basti Bund
nach dem Kinderbuch von Janosch
Uraufführung Ende 2016

Und Nachts die Freiheit (Libretto)
Kindersingspiel von Basti Bund
für die Landesakademie der musizierenden Jugend Baden-Württemberg in Ochsenhausen
Uraufführung 10.09.2016, Ochsenhausen
Veröffentlicht im Carus Verlag Stuttgart

Der Brandner Kasper guckt ins Paradies (Neufassung)
Volksstück nach der Erzählung von Franz von Kobell
Uraufführung 02.07.2016, Volksbühne Bad Emstal
Veröffentlicht im Kaiser Verlag Wien

Der Kleine Prinz (Libretto)
Kinderoper von Basti Bund
nach dem Kinderbuch von Antoine de Saint-Exupéry
Uraufführung 01.05.2016, Biberach
Veröffentlicht im Carus Verlag Stuttgart
>>> To-Go-Version mit Hörbeispielen

Kripo Ulm: Episode 1 – Ausbruch
Eine filmische Krimi-Theater-Reihe
nach einer Idee von Daniel Grünauer
Uraufführung 31.01.2016, Theater Ulm
>>> Trailer

Sternengucker (Libretto)
Kindersingspiel von Basti Bund
Uraufführung 13.12.2015, Evangelische Christuskirche Paris

Gebrauchsanleitung für Eltern und andere Psychos
Ein musikalischer Theaterabend zum Umgang mit psychischen Krankheiten innerhalb der Familie und außerhalb.
Mit Basti Bund und Simon Reimold
>>> Trailer „Meine Stücke“ weiterlesen

05.01. +++ Zeitmangel

Night Watch
(Foto von www.terrypratchettbooks.com)

Das wirklich Schwierige an guten Vorsätzen ist nicht, sie zu verwirklichen. Das Schwierige ist, dass die viele ungenutzte Zeit, die sich in der Silvesternacht noch lockend und jungfräulich vor dem geistigen Auge ausbreitet, sich nach spätestens einer Woche in ein zerknülltes Papiertaschentuch verwandelt hat, in dem man vergebens eine trockene Ecke sucht. Wer hat denn Zeit, vorsätzlich all die guten neuen Sachen zu machen, wenn so viel Alltag plötzlich um die Ecke guckt und verbraucht werden muss? Zum Beispiel Romane.

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04.01. +++ Im Dreck

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Die gestrenge Aufseherin der Nymphen.

Wie jeder weiß, gehört die Architektur, und damit auch die Gestaltung von Gärten, neben Malerei und Skulptur, zu den klassischen Disziplinen der Bildenden Kunst. Was nicht heißt, dass so ein Park leicht zu konsumieren ist, zumal im Winter. Der Nymphenburger Schlosspark, eine immerhin ziemlich große und historische Gartenanlage, empfängt uns jedenfalls erst einmal frostig und dreckig. Ich will jetzt nicht überkritisch sein, wenn man im Wald spazieren geht, ist es um die Jahreszeit auch eher unfreundlich, aber an so einen Park hat man eine andere Erwartungshaltung.

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