01.01. +++ Der Erlkönig

Erlkoenig
König Erl, aus GOETHES GEDICHTE, Ebenhausen bei München: Wilhelm Langewiesche-Brandt, 1920.

Fangen wir auf der sicheren Seite an, dachte ich mir. Was Kleines, dachte ich mir. Wo fest steht, dass es auch Kunst ist. Und nahm einen Gedichtband vom Regal, um was ganz Klassisches aufzuschlagen: Goethes Erlkönig. Und las. Was nach einem mittelschweren Mittagessen geschah (es waren Bohnen im Spiel) und nachdem ich zum Lesen die gesunde horizontale Lage auf dem Sofa eingenommen hatte. Aber es ging mir gut, ich war neugierig darauf, den berühmten alten royalen Bekannten wieder einmal zu treffen, und ich las. Und spürte: Nichts. Gut, Lyrik verlangt schon auch ein bisschen mitdenken, beziehungsweise mitfühlen, also ging ich noch mal auf Los, konzentrierte ich mich und las noch einmal. Und siehe: eine große Schwere bemächtigte sich meiner. Und es war nicht meine Frau, die ist schlank. „01.01. +++ Der Erlkönig“ weiterlesen

Unser täglich Kunstwerk

Prolegomenon*

Endlich ist wieder Neujahr und Zeit für Neuanfänge. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob ich meinen (einzigen) Vorsatz 2014 („Mehr denken!“) gewissenhaft verwirklicht habe – ich müsste mal drüber nachdenken – aber selbst wenn nicht, kann das ja kein Argument gegen neue gute Vorsätze sein. Ich liebe gute Vorsätze: man hat das Gefühl etwas Gutes getan zu haben, und wenn man nur ein bisschen schlechtes Gedächtnis hat, sind sie auch keine große Belastung. Andererseits finde ich die asketische Beschränkung auf einen guten Vorsatz – naja noch besser, eben. Der einzige gute Vorsatz wird dann sozusagen zu einem superguten Vorsatz. Und welcher soll es 2015 sein? Da ich statistisch betrachtet mein halbes Leben bereits sinnlos verpulvert habe, scheint mir eine gesundheitsfördernde Maßnahme sinnvoll, sonst kann sichs bald mit dem weiteren verpulvern. Nach Durchsicht meiner Finanzen und einer kurzen Recherche der einschlägigen Angebote vor Ort steht fest: Fitnessstudio, Yoga, Pilates – alles zu teuer. Gesünder ernähren als jetzt schon kann ich mich sowieso nicht, deshalb bleibt nur eins: Die Steigerung des körperlichen Wohlbefindens durch Kulturkonsum. „Unser täglich Kunstwerk“ weiterlesen

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