03.02. +++ Trotzdem

John Keats, 1795-1821, Portrait von William Hilton (Foto von www.de.wikipedia.org)
John Keats, 1795-1821, Portrait von William Hilton (Foto von www.de.wikipedia.org)

Mein heutiges Kunstwerk ist vergleichsweise klein, was den Vorteil hat, dass ich es diesem Blogbeitrag in Gänze beifügen kann. Es handelt sich um ein Sonett von John Keats, einem meiner absoluten Lieblingsdichter, WHEN I HAVE FEARS THAT I MAY CEASE TO BE. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie autobiografisch dieses Gedicht ist: Da spricht ein Schriftsteller, der sich fragt, ob er jemals große Kunst machen wird, oder vorher sterben.

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02.02. +++ Fandango Madness

Ein abgefahrener Raver: Luigi Boccherini (Foto von www.en.wikipedia.org)
Ein abgefahrener Raver: Luigi Boccherini (Foto von www.en.wikipedia.org)

Irgendwann als Teenager bin ich mal auf einem dritten Programm bei dem englischen Filmklassiker LADYKILLERS hängen geblieben und war fortan ein totaler Fan von Alec Guiness. Und von Luigi Boccherini, von dem ich vorher noch nie was gehört hatte, dessen Streichquintett in E-Dur diese Krimikomödie aber so penetrant durchzieht, dass ich mir sogar die CD kaufte. Was damals noch mit einer Bestellung im CD-Laden verbunden war. Ja, Kinder, man musste das Haus verlassen, durch die Stadt fahren und mit einem Menschen reden, der in einem Buch nachschaute, ob es da etwas zu bestellen gab. Und das alles ohne One-Click-Option. „02.02. +++ Fandango Madness“ weiterlesen

01.02. +++ Große Pizza mit allem

Tatort Köln, FREDDY TANZT (Foto: www.daserste.de)
Volkram Zschiesche, Hannes Wegener, Julian Weigend und Ursina Landi in FREDDY TANZT (Foto: www.daserste.de)
Okay, lassen wirs nochmal Revue passieren: Ein genialer junger Pianist, der auch noch ein netter junger Mann ist (mit bösem Dirigentenvater, der ihn vernachlässigt und lieber Physiotherapeutenmutter, die sich eigentlich um ihn sorgt), wird von seiner Freundin verlassen und landet auf der Straße; als er in einer Bar zum Klavierspielen anheuern will, spielt er zu gut und wird vom Chef rausgeschmissen „01.02. +++ Große Pizza mit allem“ weiterlesen

31.01. +++ Tristesse oblige

Sieht gar nicht unglücklich aus: Yasmina Reza (Foto: diepresse.com)
Sieht gar nicht unglücklich aus: Yasmina Reza (Foto: diepresse.com)
Es sind bestimmte Situationen, die wie Zugvögel immer wieder kommen: Eheliche Sprachlosigkeit, die sich in plötzlichen Handgreiflichkeiten entlädt; das Kramen in der Handtasche, das eine Suche nach Halt ist; die Ratlosigkeit, wie der Geschlechtsverkehr anzufangen ist. Ist das alles „aus dem Leben gegriffen“? Ein „Abbild der Wirklichkeit“? Ich weiß es nicht, und ich bin auch nicht sicher, dass Yasmina Reza das behaupten würde. Vielleicht würde sie sagen, dass sie diese Menschen kennt, wenn auch nicht in der jeweiligen Zusammensetzung.

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30.01. +++ Am Ende

Melancholia
Ob der kosmische Totentanz so aussehen wird? Still aus MELANCHOLIA (Foto: Wikipedia)

Wenn man sich mal an den täglichen Kunstkonsum gewöhnt hat, bringt das nicht nur Vergnügen mit sich. Heute zum Beispiel war ich den ganzen Tag ein bisschen übellaunig, weil ständig noch irgendwas anderes zu erledigen war, so dass ich wirklich fürchten musste, nicht dazu zu kommen. Keine Kunst? Welchen Sinn hätte dann der Tag gehabt? „30.01. +++ Am Ende“ weiterlesen

29.01. +++ Körpersprachgewaltexzess

Eine der wenigen zeitgenössischen Shakespeare-Illustrationen (Quelle: Wikipedia)
Eine der wenigen zeitgenössischen Shakespeare-Illustrationen, das so genannte „Peacham Drawing“ (Quelle: Wikipedia)

Ein alternder, noch immer erfolgreicher Feldherr kehrt nach Hause zurück. Von den einst zwanzig Söhnen sind die meisten schon gefallen, fürs Vaterland. Auch von diesem „Sieg“ über die Goten bringt er wieder die Leichen von Söhnen mit. Das Volk von Rom dient ihm die Kaiserwürde an – aber er hat eine sehr fest gefügte Vorstellung von seiner Rolle im System des Staates, er will dienen. Und das wird ihm zum Verhängnis. Er verliert bis auf einen Sohn alle anderen, seine Tochter wird vergewaltigt, ihre Hände abgeschlagen und ihre Zunge herausgerissen, er selbst verliert eine Hand – und das sind noch nicht alle Toten, die in diesem Stück beklagt werden. „29.01. +++ Körpersprachgewaltexzess“ weiterlesen

28.01. +++ Reichtum

Eine handsignierte Ausgabe, Kostenpunkt: 4.500 Dollar. Was der Höhepunkt der Absurdität ist. (Foto von www.tbcirarebooks.com)
Eine handsignierte Ausgabe, Kostenpunkt: 4.500 Dollar. Was der Höhepunkt der Absurdität ist. (Foto von www.tbcirarebooks.com)
Es ist ein Wunder, dass wir als Erwachsene überhaupt überleben können, bei all den Verlusten, die wir während des Erwachsenwerdens erleiden. Die Prioritäten verschieben sich langsam, manchmal auch sprunghaft, bis es um solche Sachen wie Geld und Jobs und Macht geht, statt um Früchtekuchen. Wo doch jeder, der sich ehrlich befragt, weiß, dass Früchtekuchen (oder Stollen, oder was auch immer die regionale Entsprechung ist) wesentlich wichtiger ist, als all diese zuvor angesprochenen oberflächlichen Dinge. Vor allem, wenn man mühevoll das Geld für die Zutaten zusammenspart, einen ganzen Tag lang Hickory-Nüsse liest und knackt, illegal Whiskey als Backzutat kauft und am Ende 31 Kuchen backt und sie fast alle verschenkt.

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Es steht geschrieben +++ Zur Auswahl

Vielleicht ist das jetzt ein bisschen weit ausgeholt, aber das kann man ja mal machen. +++ Wenn ich mir Gedanken darüber mache, was wir wissen können, was wir tun sollen und was wir hoffen dürfen, stehe ich immer wieder vor folgendem Problem: Wenn das Universum aus einer endlichen oder von mir aus auch unendlich unendlichen Anzahl von Teilchen besteht – das können wir nicht wissen, aber es müsste ja so sein. „Es steht geschrieben +++ Zur Auswahl“ weiterlesen