19.01. +++ Im Freien

Alfred Hitchcock, DIE VÖGEL (Foto von musicboxtheatre.com)
Alfred Hitchcock, DIE VÖGEL (Foto von musicboxtheatre.com)
Ich bin heute nicht weniger als zwei Stunden lang auf dem Fahrrad durch München gegondelt, und während dieser Tour sind mir drei (in Worten: drei) Kunstwerke im öffentlichen Raum über den Weg – naja nicht gelaufen. Gut, Architektur gibt’s natürlich soweit das Auge blickt, und manchmal sogar ganz schön, aber das ist ja nun eher Gebrauchskunst. Mögen die Münchner keine Kunst im Freien? Zu teuer? Das kann der Grund wohl nicht sein. „19.01. +++ Im Freien“ weiterlesen

18.01. +++ Im Flachen

Ketil Bjørnstad, DEVOTIONS (Foto von www.amazon.com)
Ketil Bjørnstad, DEVOTIONS (Foto von www.amazon.com)

Ich muss jetzt auch mal was Kritisches loswerden. Seit Beginn meines Kunstexperiments habe ich mindestens drei Kilogramm zugenommen und bin sehr viel empfänglicher für Stimmungsschwankungen auf Grund des Wetters geworden, was im Ekelmonat Januar kein Spaß ist. Ich schreibe das der Steigerung der Sensibilität zu, die unweigerlich durch den Kunstkonsum eintritt, denn wenn die Empfindungen trainiert werden, werden sie auch in den Bereichen feiner, wenn das gar nicht Vorteil ist. Und dann muss man sich natürlich besser vor den Unbilden der Welt schützen. Mit Fettpolstern… naja der Körper hat halt nur eine begrenzte Art von Reaktionsmöglichkeiten. „18.01. +++ Im Flachen“ weiterlesen

17.01. +++ Aussitzer

Georges Simenon MAIGRET UND SEIN NEFFE, erschienen bei Diogenes
Georges Simenon MAIGRET UND SEIN NEFFE, erschienen bei Diogenes

Ich habe gelesen, dass Georges Simenon seine Maigret-Romane jeweils von langer Hand plante und dann quasi anfallsweise innerhalb einer Woche schrieb. Wenn das stimmt, wovon ich ausgehe, dann entspricht das sehr dem Charakter seines Kommissars, dessen vielleicht größte Qualität seine (meist) unerschütterliche Geduld ist. Maigret, das Schwergewicht im Pariser Polizeidienst der Zwischenkriegsjahre, ist weder elegant noch listenreich, aber er ist stur. Viele der von ihm bearbeiteten Fälle löst er durch Beharrlichkeit, dadurch, dass er die besseren Nerven hat als seine Kontrahenten – und immer kommt eine gehörige Portion Menschenkenntnis hinzu. Er sitzt seine Fälle aus. „17.01. +++ Aussitzer“ weiterlesen

16.01. +++ Punkstille

Eines lässt sich jetzt schon sagen
EINES LÄSST SICH JETZT SCHON SAGEN: Ein tolles Ensemble (Foto: www.i-camp-muenchen.de)

Um die Welt zu erklären, oder zumindest zu verstehen, bräuchte man ein Modell von ihr, das deutlich größer sein müsste als die Welt. Ist also nichts, mit verstehen oder erklären, aber verändern können wir sie. Glauben wir wenigstens, aber das würde jetzt zu weit führen. Der Theaterabend, den ich heute im i-Camp verbringen durfte, macht vorderhand immer wieder Anstalten zur Welterklärung, seine Stärke liegt aber weit jenseits von Worten, Logik und Erklärungen; es ist nicht der Makrokosmos, sondern der Mikrokosmos der fünf Akteure, der in der Stille zwischen denn Worten seine Wirkung entfaltet. „16.01. +++ Punkstille“ weiterlesen

15.01. +++ Belagerungswaffen

Hoffmannswaldau VERGÄNGLICHKEIT DER SCHÖNHEITOkay, mit meinem heutigen Kunstwerk gewinne ich wahrscheinlich keinen Originalitätswettbewerb, aber ich liebe dieses kleine Gedicht und ich will Ihnen sagen, wieso. Es geht um Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau VERGÄNGLICHKEIT DER SCHÖNHEIT. Öha, hör ichs da schallen, Barock? Ja, das ist ein Barocksonett, und zwar eins der besten, das auf deutsch geschrieben wurde. „15.01. +++ Belagerungswaffen“ weiterlesen

Gehacktes

„Gehacktes“ ist die undeklinierbare nordhessische Bezeichnung für Mett. Als Vegetarier finde ich diese Masse kulinarisch eher weniger attraktiv, aber die grammatische Unbeugsamkeit des Gehacktes (so heißt das nämlich) ringt mir Bewunderung ab. Dem Gehacktes (ja!) ist es egal, ob man auf es herabschaut, es weiß, was es kann, nämlich aus simplem Schweine- und/oder Rindfleisch (wenn beides, dann „Gehacktes halb und halb“) zur Gaumenfreude des Fleischfressers werden. „Gehacktes“ weiterlesen

14.01. +++ Zerfetztes Selfie

Max Slevogt SELBSTBILDNIS, 1908 (Lenbachhaus, München)
Max Slevogt SELBSTBILDNIS, 1908 (Lenbachhaus, München)

Ja, es ist Luxus, an einem stinknormalen Werktag im Januar einfach mal ins Museum zu gehen. Andererseits habe ich das prinzipiell verdient, zudem muss der Kunstgenuss erlitten werden, denn es ist mehr los als erwartet. Damit meine ich nicht die Schulklassen, die auch im Lenbachhaus unterwegs sind, meine Route aber zum Glück nicht kreuzen, sondern sich lautstark unterhaltende Ehepaare im fortgeschrittenen Alter. Von dieser Sorte gibt es überraschenderweise einige, und die scheinen ihren Spaß hier zu haben – keine Spur von Ehrfurcht vor der Kunst, keinen Audioguide am Ohr, sondern einen running Gag auf den Lippen, der darin besteht, alle Gemälde auf Tauglichkeit fürs eigene Wohnzimmer zu überprüfen. Ja verwechseln die jetzt Kunst mit dem Vorabendprogramm oder was? „14.01. +++ Zerfetztes Selfie“ weiterlesen

13.01. +++ Die Farben des Drecks

Tietäväinen, UNSICHTBARE HÄNDE
Tietäväinen, UNSICHTBARE HÄNDE

Der Name ist für mich so unaussprechlich, dass ich ihn gleich zu Anfang loswerden muss: Ville Tietäväinen ist Autor/Zeichner der Graphic Novel UNSICHTBARE HÄNDE, die mir heute in die sichtbaren Hände gefallen ist. Es geht um die so genannten „Illegalen“, durch deren Hände unter den Plastikplanen von Almería ein großer Teil der Obst- und Gemüseversorgung Europas geerntet wird. „13.01. +++ Die Farben des Drecks“ weiterlesen

Inszenierungen

Phone Home
Ein tri-nationales Theaterprojekt.
Texte von Eri Kyrgia, Yannis Kalavrianos, Nora Schüssler, Michael Sommer, Zodwa Nyoni, Tom Mansfield
Regie Yannis Kalavrianos, Tom Mansfield, Michael Sommer
Uraufführung 19.10.2016, Shoreditch Townhall, London; Schwere Reiter, München; Sfendoni Theater, Athen.
>>> Projektbeschreibung
>>> Dokumentation

Gebrauchsanleitung für Eltern und andere Psychos
(mit Basti Bund und Simon Reimold)
Ein musikalischer Theaterabend zum Umgang mit psychischen Krankheiten in der Familie und außerhalb.
Mit: Basti Bund, Simon Reimold, Michael Sommer
Uraufführung in der Pasinger Fabrik (Kleine Bühne) am 29. Oktober 2015
>>>> Trailer
>>>> Mitschnitt

Refugium 
Stück zu Flucht und Migration
Bühne & Kostüme: Mona Hapke
Mit: Dalila Abdallah, Aglaja Stadelmann; Florian Stern, Maximilian Wigger-Suttner
Uraufführung Podium Theater Ulm, Oktober 2014
>>>> Trailer
>>>> Mitschnitt (Passwort: marenostrum)

Kronos Travels Inc.
ArchäoTheaterstück von Michael Sommer
Mit: Jörg Zenker
Uraufführung Federseemuseum Bad Buchau, Juli 2013
>>>> Trailer

Antigone/Sophie
Stück von Michael Sommer
Bühne & Kostüme: Mona Hapke
Mit: Johanna Paschinger, Tini Prüfert, Ulla Willick; Fabian Gröver, Gunther Nickles, Florian Stern
Uraufführung Theater Ulm, KZ-Gedenkstätte Oberer Kuhberg, Ulm, März 2013
>>>> Trailer
>>>> Mitschnitt (Passwort: dzok)

Shakespeares Sämtliche Werke (leicht gekürzt)
Komödie von Adam Long, Daniel Singer und Jess Winfield
Bühne & Kostüme: Angela C. Schuett
Mit: Antonio Lallo, Florian Stern, Volkram Zschiesche
Theater Ulm, Podium.bar, März 2011
>>>> Trailer

nutters 
Musikalische Schocktheraphie von Michael Sommer
Mit: Eva Ellerkamp; Simon Reimold
Uraufführung Roxy Ulm, Oktober 2010
>>>> Trailer
>>>> Mitschnitt (Passwort: stasi)

The Cutman
Stück von Nicholas Pierpan
Bühne: Britta Lammers
Kostüme: Angela C. Schuett
Mit: Volkram Zschiesche
Deutschsprachige Erstaufführung Podium Theater Ulm, Oktober 2009
>>> Trailer

Federseelen
ArchäoTheaterstück von Michael Sommer
Mit: Eva Ellerkamp; Jörg Zenker
Uraufführung Federseemuseum Bad Buchau, Juni 2009

Heimat, deine Sterne
Ein deutscher Schlagerabend von Michael Sommer
Musikalische Leitung: Ariane Müller
Bühne: Hans Poll
Kostüme: Angela C. Schuett
Mit: Annette Fassnacht/Johanna Paschinger, Sibylle Schleicher, Aglaja Stadelmann; Karsten Gaul/Hans-Günther Dotzauer, Gunther Nickles, Raphael Westermeier
Theater Ulm, Podium, März 2008
>>> Trailer

Fischerglück und Birkenpech
ArchäoTheaterstück von Michael Sommer
Mit: Eva Ellerkamp; Dirk Linke
Uraufführung Federseemuseum Bad Buchau, April 2007

Weakness
Kammeroper von William Halbert
Musikalische Leitung: William Halbert
Bühne & Kostüme: Hans Poll
Mit: Rita Kapfhammer; Joung-Woon Lee, Dominik Nekel
Und Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters der Stadt Ulm
Uraufführung Theater Ulm, Foyer, April 2006

Hänsel und Gretel
Märchenspiel von Susanne Lütje und Corinna Schildt
Bühne: Kerstin Jacobssen
Kostüme: Sybille Gänßlen-Zeit
Mit: Dagmar Geppert, Marina Matthias, Saskia Richter, Ulla Willick; Karl Heinz Glaser, Raphael Westermeier
Ulmer Theater, November 2005

4.48 Psychose
Stück von Sarah Kane
Bühne & Kostüme: Hans Poll
Mit: Dagmar Geppert; Stefan Lehnen
Ulmer Theater, Podium, Mai 2005

12.01. +++ Radioheadache (cleansing)

Album Cover IN RAINBOWLANDS (Foto von Wikipedia)
Album Cover IN RAINBOWS (Foto von Wikipedia)

Beim zweiten Song auf dem Album hab ich Kopfschmerzen bekommen, aber beim dritten waren sie wieder verflogen: IN RAINBOWS von Radiohead ist für mich Neuland, was den bewussten Musikgenuss angeht, aber ich habe es nicht bereut dieses interessante Album zu mir genommen zu haben – der Initiationskopfschmerz war vielleicht so etwas wie Lehrgeld, das ich zahlen musste. „12.01. +++ Radioheadache (cleansing)“ weiterlesen