21.03. +++ Trash

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In dubio pro arte: John Elsas

Ich gebe zu, dass ich diesen Kalenderspruch auch schon in den Mund genommen habe: „Ist das Kunst oder kann das weg?“ Denn natürlich ist es angesichts der Theorielastigkeit des Kunstbetriebes heutzutage keineswegs immer leicht, Kunst als solche zu identifizieren. Zu vielfältig sind die Möglichkeiten, die Erscheinungsformen, die Diskurse. Unsichtbares Theater, urbane Environments, inszenierte Realität – wer würde da Kunst gleich erkennen, wenn er sie sieht. Das Körnchen Wahrheit ist also, wie immer bei dem was der Volksmund so ausspuckt, gar nicht so klein, aber je länger ich dieses alte Kaugummi so im Munde herumzwirbele, desto schaler wird es mir. Denn wenn Kunst so billig und abgefuckt ist, dass sie selbst bei genauem Hinsehen erst dann von Müll unterschieden werden kann, wenn man ein Preisschild daran entdeckt hat, dann stimmt mit der Kunst etwas nicht, oder der Gesellschaft, oder beiden. „21.03. +++ Trash“ weiterlesen

21.01. +++ Schwer entflammbar

John Chamberlain, MEMO TO BACH, Galerie Terminus München
John Chamberlain, MEMO TO BACH, Galerie Terminus München

Ein wesentliches Kriterium zur Unterscheidung zwischen Kunst und Nichtkunst ist der Preis. Zumindest in unserer Gesellschaft. Über den Marktwert ihrer Werke kann man Künstler einteilen in „junges Talent“, „arrivierter Künstler“, „Klassiker“ und so weiter. Interessanterweise gilt das auch für den kulturellen Kanon; der ideelle Wert entspricht dem monetären Wert, oder anders gesagt: Wenn du kein Geld für etwas zu bezahlen bereit bist, dann kann es auch nichts Rechtes sein. Die Entstehung dieses geheimnisvollen Zusammenhangs wird „Markt“ genannt, und neben vielen Experten und Akteuren ist da irgendwo auch immer die „unsichtbare Hand“ zugange – eigentlich schön, so ein bisschen Mystik in der trockenen Zahlenwert des Kapitalismus. „21.01. +++ Schwer entflammbar“ weiterlesen