01.01. +++ Der Erlkönig

Erlkoenig
König Erl, aus GOETHES GEDICHTE, Ebenhausen bei München: Wilhelm Langewiesche-Brandt, 1920.

Fangen wir auf der sicheren Seite an, dachte ich mir. Was Kleines, dachte ich mir. Wo fest steht, dass es auch Kunst ist. Und nahm einen Gedichtband vom Regal, um was ganz Klassisches aufzuschlagen: Goethes Erlkönig. Und las. Was nach einem mittelschweren Mittagessen geschah (es waren Bohnen im Spiel) und nachdem ich zum Lesen die gesunde horizontale Lage auf dem Sofa eingenommen hatte. Aber es ging mir gut, ich war neugierig darauf, den berühmten alten royalen Bekannten wieder einmal zu treffen, und ich las. Und spürte: Nichts. Gut, Lyrik verlangt schon auch ein bisschen mitdenken, beziehungsweise mitfühlen, also ging ich noch mal auf Los, konzentrierte ich mich und las noch einmal. Und siehe: eine große Schwere bemächtigte sich meiner. Und es war nicht meine Frau, die ist schlank. „01.01. +++ Der Erlkönig“ weiterlesen