26.05. +++ Polly Day

Das "Weiberregiment" (deutscher Titel) zeigt seine Farbe in Parodie des berühmten Kriegsfotos "Raising the Flag on Iwo Jima" (Bild von www.terrypratchettbooks.com)
Das „Weiberregiment“ (deutscher Titel) zeigt seine Farbe in Parodie des berühmten Kriegsfotos „Raising the Flag on Iwo Jima“ (Bild von www.terrypratchettbooks.com)

Waren Sie mal am so genannten Poppy Day in England? Dieser Heldengedenktag findet anlässlich der Einstellungen der Kampfhandlungen 1918 alljährlich am 11. November statt, es finden Umzüge, Kranzniederlegungen, Paraden und Veranstaltungen statt. Uniformierte Leute überall in der Öffentlichkeit, die eine (Plastik-)Mohnblume im Revers tragen – und in der Regel dafür einige Pfund an Spenden bezahlt haben. Wenn man bedenkt, dass zur gleichen Zeit in Köln und Mainz der Karnevalsbeginn mit einer ganz anderen Art von Uniformität begangen wird, ist dieses Spektakel für deutsche Gemüter umso befremdlicher. Zunächst das Ende des Zweiten Weltkriegs und abschließend das Ende der deutsch-deutschen Teilung haben unser Land weitestgehend vom Militarismus befreit, der in anderen Gegenden der Welt, die wir gemeinhin als äußerst zivilisiert betrachten, durchaus gepflegt wird. Von Amerika will ich gar nicht reden. Ich sage das auch vor dem Hintergrund der Inszenierung von Lenz’ DIE SOLDATEN, die zu sehen ich vergangene Woche das eingeschränkte Vergnügen hatte. Wieso, bei aller Hassliebe zum Militär, sollen wir über eine Remilitarisierung unserer Gesellschaft sprechen? Wenn es doch so wäre! Willkommene Feindbilder! Ein Engländer hat da weit größeren Grund zur Klage über eine militarisierte Gesellschaft, und wenige haben Sie so klug und unterhaltsam geführt wie Terry Pratchett in seinem Soldatenroman MONSTROUS REGIMENT. „26.05. +++ Polly Day“ weiterlesen

19.01. +++ Im Freien

Alfred Hitchcock, DIE VÖGEL (Foto von musicboxtheatre.com)
Alfred Hitchcock, DIE VÖGEL (Foto von musicboxtheatre.com)
Ich bin heute nicht weniger als zwei Stunden lang auf dem Fahrrad durch München gegondelt, und während dieser Tour sind mir drei (in Worten: drei) Kunstwerke im öffentlichen Raum über den Weg – naja nicht gelaufen. Gut, Architektur gibt’s natürlich soweit das Auge blickt, und manchmal sogar ganz schön, aber das ist ja nun eher Gebrauchskunst. Mögen die Münchner keine Kunst im Freien? Zu teuer? Das kann der Grund wohl nicht sein. „19.01. +++ Im Freien“ weiterlesen