05.05. +++ Ärgernis

Okay, es liegt nahe, aber Arnie hat den Mann nicht erschossen. (Bild von www.commons.wikipedia.org)
Okay, es liegt nahe, aber Arnie hat den Mann nicht erschossen. (Bild von www.commons.wikipedia.org)

Was würden Sie tun, wenn Ihnen plötzlich eine Leiche im Weg liegt, und der dringende Verdacht naheliegt, dass Sie am Ableben des Herrn schuld sind? Naja, die Leiche loswerden, natürlich. Nun wäre das für einen heutigen Großstadtbewohner ein Ding der Unmöglichkeit, denn erstens kann man hier ja nirgends in Ruhe buddeln und zweitens gibt es keine Solidarität mehr unter den Menschen. Anders im Neuengland der fünfziger Jahre. Alfred Hitchcocks schwarze Filmkomödie THE TROUBLE WITH HARRY portraitiert ausgesprochen liebevoll, dass eine überschaubare Dorfgemeinschaft auch mit außergewöhnlichen Herausforderungen umzugehen vermag. „05.05. +++ Ärgernis“ weiterlesen

01.04. +++ Sterbehilfe in Brügge

Ziemlich hoch und ganz schön gotisch: Der gefährliche Belfried in Brügge (Bild von www.urlaubsziele.com)
Ziemlich hoch und ganz schön gotisch: Der gefährliche Belfried in Brügge (Bild von www.urlaubsziele.com)

Wenn man irische Eltern hat, aber in London geboren wird, ist man offenbar Ire. Sogar, wenn man anschließend in London aufwächst. Offenbar ist der Schmelztiegel London mittlerweile so beliebig, dass die exotischere Identität (wenn Irland denn exotisch ist) für die Seele besser ist. Ich habe den Autor und Regisseur Martin McDonagh natürlich nicht gefragt, ob er sich als Engländer oder als Iren sieht, aber die Tatsache, dass er allenthalben als „irischer Künstler“ gehandelt wird, deutet darauf hin, dass es ihm zumindest nichts ausmacht. Und wer würde sich nicht gern in die glorreiche schriftstellerische Tradition der grünen Insel einreihen. Zum Thema „berühmte Schriftsteller aus Nordhessen“ fallen mir jedenfalls nicht so furchtbar viele ein. Um kulturelle Tradition geht es auch in McDonaghs Langfilmdebüt aus dem Jahre 2008, BRÜGGE SEHEN… UND STERBEN?.

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11.03. +++ Junk Food

Smith & Smith: Papa erklärt Sohn, wie man trotz Angst atmet (Bild von www.dailymail.co.uk)
Smith & Smith: Papa erklärt Sohn, wie man trotz Angst atmet (Bild von www.dailymail.co.uk)

Genauso, wie ich trotz Vegetarianismus. Vegetariats. Vegismus. Ich bin mir nie sicher, wie das Substantiv von „vegetarisch“ heißen sollte. Ich vange besser noch mal von forn an. Obwohl ich mich vegetarisch und relativ gesund ernähre, besuche ich hin und wieder auch mal die Herberge Zum Goldenen M oder eines seiner Konkurrenzunternehmen. Denn auch eine industriell designte Fett-Kohlenhydrat-Melange hat ihre Zeit, ebenso wie Säen, Ärnten, und jedes andere Ding unter der Sonne, außer dem Extremismus. „11.03. +++ Junk Food“ weiterlesen

14.02. +++ Buckle your seatbelt, Dorothy

Ja, Schlangenlederjacken sind der Ausdruck von Individualität und Freiheit. In Cliché Country. (Bild von www.ifi.ie)
Ja, Schlangenlederjacken sind der Ausdruck von Individualität und Freiheit. In Cliché Country. (Bild von www.ifi.ie)

Naja, dachte ich, am Valentinstag darfs dann schon was Romantisches sein.

In dem wunderbaren Gedicht DONNA CLARA von Heinrich Heine gibt es die Zeilen „Kurze Worte, lange Küsse / Und die Herzen überflossen.“ Ich glaube, diese Zusammenfassung trifft auf WILD AT HEART von David Lynch zu. Das Roadmovie von 1990, das im Gegensatz zu seinen späteren Meisterwerken MULHOLLAND DRIVE und LOST HIGHWAY in extremer Weise in die Klischeekiste greift, lebt keinesfalls vom Dialog, nicht von der Story, schon eher von den Bildern, aber letztlich von der filmischen Komposition, und mit Sicherheit von der Musik. „14.02. +++ Buckle your seatbelt, Dorothy“ weiterlesen

02.01. +++ Wer’s glaubt, wird selig

Wersglaubt
Erschreckend authentische Seventies-Gesichtsbehaarung: Christian Ulmen und Nikolaus Paryla in WER’S GLAUBT WIRD SELIG (Foto von http://www.wers-glaubt-wird-selig-film.de/)

Ich gebe zu, ich bin nicht so wahnsinnig handwerklich begabt, und wenns mal was zu bohren, aufzubauen, anzuschrauben, aufzuhängen undsoweiter gibt, habe ich schnell keine Geduld mehr und wills einfach hinter mich bringen, und dann wirds schief und ich ärgere mich, und der Hund pariert auch nicht mehr und ich bin unfreundlich zu meiner Frau – gut, die wollte ja auch zu Ikea. Naja. Am Ende eines langen Tages ist alles aufgebaut, installiert, geputzt und sogar die ***kartons zerkleinert und in der Tonne, und jetzt gibts ein Kulturgut. Die Entscheidung fällt auf einen Film namens WER’S GLAUBT, WIRD SELIG, über die Feiertage aufgezeichnet. Ich kenne ihn noch nicht, eine Freundin hat ihn aber wärmstens empfohlen und im Vorgängerfilm von Regisseur Rosenmüller (WER FRÜHER STIRBT IST LÄNGER TOT) haben wir sehr gelacht. Also rein in den neuen Ikeasessel und angeschnallt, denn es wird ein anspruchsvoller Abend für die Lachmuskeln. „02.01. +++ Wer’s glaubt, wird selig“ weiterlesen