19.06. +++ Ich kriege nie genug

Ich weiß, dass ist ein bisschen mies, Popstars als Köder einzusetzen, und dann gehts um ein Gedicht (!!!). Aber wenns um Kultur geht, heiligt der Zweck die Mittel. Und immerhin kommt ihr Songtitel vor: Christina Stürmer (Bild von www.clipfish.de)
Ich weiß, dass ist ein bisschen mies, Popstars als Köder einzusetzen, und dann gehts um ein Gedicht (!!!). Aber wenns um Kultur geht, heiligt der Zweck die Mittel. Und immerhin kommt ihr Songtitel vor: Christina Stürmer (Bild von www.clipfish.de)

Wenn man Eichendorff heißt und dann ständig Gedichte über den Wald schreibt, ist man entweder komplett schmerzfrei oder hat einen bemerkenswerten Sinn für „Branding“. Bei dem Freiherrn Joseph dieses Namens scheinen beiden dieser Faktoren eine Rolle gespielt zu haben, und vermutlich noch ein Sinn für die Schicksalhaftigkeit (womöglich sogar „Vorbestimmung“) seines Namens. Jedenfalls habe ich mir heute das Vergnügen erlaubt, mehrere seiner Gedichtchen zu mir zu nehmen, und es ist, da hat mein Freund Wikipedia recht, schon ziemlich oft vom Wald, vom Raunen, von der Sternennacht und so die Rede. Mit der (zu seiner Zeit) modernen Zivilisation hat das gar nichts zu tun, sondern mit einem gepflegten Eskapismus. „19.06. +++ Ich kriege nie genug“ weiterlesen

16.03. +++ Gemüse des Todes

Beweisstück eins: Das verführerisch duftende Schulbuch meiner Eltern
Beweisstück eins: Das verführerisch duftende Schulbuch meiner Eltern

Ich verdanke meine Zuneigung zur Lyrik nicht unwesentlich einer dünnen Sammlung namens FÜNFUNDSIEBZIG DEUTSCHE BALLADEN, die meinem Vater oder meiner Mutter aus dem Eigentum des Staates Hessen übereignet wurden und sich auf unserem Dachboden in einer alten Anrichte befanden. Gut, vielleicht hat eine/r von beiden das Büchlein auch geklaut, denn einen entsprechenden Stempel („Dem Schüler übereignet“ [damals hatte mans noch nicht so mit „der Schülerin“]) sucht man darin vergebens. Das Büchlein roch son bisschen streng, aber das hielt mich weder davon ab, es mir selbst zu übereignen, noch mich für die darin enthaltenen rhythmischen erzählenden Gedichte zu begeistern. „16.03. +++ Gemüse des Todes“ weiterlesen

06.03. +++ Mixed Media

Für manche ist es nur eine Küchenhilfe, für mich ist es der Zernichter einer Weltordnung: Das gemeine Handrührgerät (Bild von http://kleinanzeigen.ebay.de)
Für manche ist es nur eine Küchenhilfe, für mich ist es der Zernichter einer Weltordnung: Das gemeine Handrührgerät (Bild von http://kleinanzeigen.ebay.de)

Dem April werden traditionell viele Vorwürfe gemacht, er sei wechselhaft, man wisse nicht woran man bei ihm sei, ob es jetzt noch Spätwinter oder schon Frühling oder was und außerdem sei Hitler in ihm geboren. All das ist wahr, aber andererseits lobt Chaucer den Monat am Anfang seiner CANTERBURY TALES trotzdem sehr („Wenn der April erst mal da ist, mit seinen süßen Schauern… undsoweiter… dann gehn die Leute gern auf Pilgerreise.“). Damals gabs noch keinen Urlaub, dafür alle Naslang den Gedenktag eines Heiligen und eben Pilgerreisen, statt Ferien. „06.03. +++ Mixed Media“ weiterlesen

15.01. +++ Belagerungswaffen

Hoffmannswaldau VERGÄNGLICHKEIT DER SCHÖNHEITOkay, mit meinem heutigen Kunstwerk gewinne ich wahrscheinlich keinen Originalitätswettbewerb, aber ich liebe dieses kleine Gedicht und ich will Ihnen sagen, wieso. Es geht um Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau VERGÄNGLICHKEIT DER SCHÖNHEIT. Öha, hör ichs da schallen, Barock? Ja, das ist ein Barocksonett, und zwar eins der besten, das auf deutsch geschrieben wurde. „15.01. +++ Belagerungswaffen“ weiterlesen