31.03. +++ Blatternnarben

Ich müsste diese Maigret-Romane sicher nicht in festem Einband und mit rotem Bändchen lesen - aber dieser Luxus ist echt wunderbar
Ich müsste diese Maigret-Romane sicher nicht in festem Einband und mit rotem Bändchen lesen – aber dieser Luxus ist echt wunderbar

Es reicht ja nicht, Polizist zu sein, oder Pfarrer. Weder der Job noch gar die Firma, für die man arbeitet, sind prinzipiell gut, auch wenn sie das von sich behaupten. Und es ist auch kein Argument gegen diese Feststellung, wenn Sie mir das Wort im Munde herumdrehen und sagen, dass es dann auch nichts prinzipiell Schlechtes gibt. Denn das gibt es durchaus. Rassismus, Drogenschmuggel, Menschenhandel und andere solcher wirtschaftlich motivierten unmenschlichen Geschäfts- und Lebensformen: In diesen Bereichen gibt es kein „Richtiges Leben im Falschen“, wer da als Täter mitmischt, muss sich erstmal rechtfertigen. In den gemischten Einrichtungen der menschlichen Existenz gibt es aber doch immer wieder positive Ausnahmeerscheinungen, und die kann man gar nicht deutlich genug hervorheben. Wie zum Beispiel Kommissar Maigret. „31.03. +++ Blatternnarben“ weiterlesen

17.01. +++ Aussitzer

Georges Simenon MAIGRET UND SEIN NEFFE, erschienen bei Diogenes
Georges Simenon MAIGRET UND SEIN NEFFE, erschienen bei Diogenes

Ich habe gelesen, dass Georges Simenon seine Maigret-Romane jeweils von langer Hand plante und dann quasi anfallsweise innerhalb einer Woche schrieb. Wenn das stimmt, wovon ich ausgehe, dann entspricht das sehr dem Charakter seines Kommissars, dessen vielleicht größte Qualität seine (meist) unerschütterliche Geduld ist. Maigret, das Schwergewicht im Pariser Polizeidienst der Zwischenkriegsjahre, ist weder elegant noch listenreich, aber er ist stur. Viele der von ihm bearbeiteten Fälle löst er durch Beharrlichkeit, dadurch, dass er die besseren Nerven hat als seine Kontrahenten – und immer kommt eine gehörige Portion Menschenkenntnis hinzu. Er sitzt seine Fälle aus. „17.01. +++ Aussitzer“ weiterlesen