08.05. +++ High on Emotion

Ob Caius Martius Coriolanus sein heimliches Vorbild ist? Er hält jedenfalls ebenso wenig mit seinen Gefühlen hinterm Berg wie der Römer: Dieter Bohlen (Bild von www.sueddeutsche.de)
Ob Caius Martius Coriolanus sein heimliches Vorbild ist? Er hält jedenfalls ebenso wenig mit seinen Gefühlen hinterm Berg wie der Römer: Dieter Bohlen (Bild von www.sueddeutsche.de)

Egal ob bei DSDS, Supermodel, Dschungelcamp, Let’s Dance oder Bachelor – um Inhalte und Sachfragen geht es nur am Rande. Was das Privatfernsehen in den letzten Jahren zur großen Kunst erhoben hat, ist die Ausweitung und Ausweidung der Gefühligkeit. „Zu leiden, zu weinen, zu genießen und zu freuen sich“, darum gehts, anders ist es wohl kaum zu erklären, warum Juryentscheidungen, Rosenvergaben, Battles und Rendezvous unendlich in die Länge gezogen, analysiert, wiedergekäut und bis zum letzten Tropfen ausgepresst werden: Das „echte“ Gefühl, das die Beteiligten in diesen „Schicksalsmomenten“ hatten, bringt Quote, überwindet die Trennung durch das Medium, verbindet die Zuschauerschaft völlig authentisch-menschlich in einer Zeit, in der wir als Gesellschaft spüren, wie das Universum auseinander driftet. Und obwohl es ein großartiges Stück ist, und weder in Form noch Geschichte etwas mit diesen Sendungen gemein hat: Shakespeares CORIOLANUS tut genau dasselbe. „08.05. +++ High on Emotion“ weiterlesen

19.03. +++ Thronraub für Anfänger

Wurde ihm sein fantastisches Aussehen zum Fallstrick? Richard II. (Bild von www.en.wikipedia.org)
Wurde ihm sein fantastisches Aussehen zum Fallstrick? Richard II. (Bild von www.en.wikipedia.org)

Da treten zwei Adlige auf und beschuldigen sich gegenseitig des Hochverrats. Henry B. klagt Thomas M. an, Gelder veruntreut und außerdem den Onkel B.s ermordet und allgemein gegen den König konspiriert zu haben. Heutzutage würde man jetzt einen Untersuchungsausschuss einsetzen, und je nachdem wie wichtig dem Regierungschef das Thema ist, würde vielleicht auch ermittelt werden und irgendwann würden schließlich, mit ein bisschen Glück und Gottes Beistand, faktenbasierte Konsequenzen folgen. Um 1400 war das alles noch viel einfacher: Man forderte sich gegenseitig zum Duell, und der Überlebende hatte Recht. Als es nun zwischen B. und M. zur Sache gehen soll, verhindert der König die Herbeiführung des Gottesurteils und verbannt statt dessen einfach mal beide, denn man kann ja nie wissen. „19.03. +++ Thronraub für Anfänger“ weiterlesen

13.02. +++ Game of Thrones

Ganz klar von den falschen Beratern umgeben: King John, hier im lebensechten Disney-Portrait (Bild von www.blogs.disney.com)
Ganz klar von den falschen Beratern umgeben: King John, hier im lebensechten Disney-Portrait (Bild von www.blogs.disney.com)
Eigentlich kennt ihn jeder aus den unterschiedlichsten Robin-Hood-Bearbeitungen, er ist der große Bösewicht hinter so kleinen wie dem Sheriff von Nottingham, der ewige Unzufriedene, der gern König sein möchte, und schließlich der Usurpator des Throns seines Bruders,  – Prince John. Was die Popkultur nicht so sehr interessiert ist die Tatsache, dass aus Prince John nach dem Tod seines Bruders Richard Löwenherz tatsächlich King John wurde. „13.02. +++ Game of Thrones“ weiterlesen

11.02. +++ Star Cross’d

Not to be: So wird aus Luke leider kein Hamlet
Not to be: So wird aus Luke leider kein Hamlet

Als ich noch in Freiburg englisches Studententheater gespielt habe, anno ’97 bis ’00, haben wir uns schwerpunktmäßig für zwei Dinge begeistert: Shakespeare und Star Wars. Leider kann man Star Wars aus urheberrechtlichen Gründen nicht auf die Bühne bringen – nicht, dass wir uns sonst viele Gedanken über sowas gemacht hätten, aber bei George Lucas wärs sicher aufgefallen und teuer geworden. Deshalb haben wir halt Shakespeare gespielt, was auch Spaß gemacht hat. Was uns damals fehlte, war die geniale Idee, die Ian Doescher, ein Shakespeare- und Star-Wars-Fan aus Portland, Oregon, hatte: Star Wars in die Form eines Shakespearedramas zu bringen. „11.02. +++ Star Cross’d“ weiterlesen