11.01. +++ Kreatives Chaos

Bei Faustens schaut der Erdgeist vorbei
Bei Faustens schaut der Erdgeist vorbei

Bei den meisten nahen und fernen Nachbarn gelten wir Deutsche als ordentlich, fleißig, perfekt organisiert, humorlos und langweilig. Und wenn wir ehrlich sind – die meisten Deutschen sind ja auch so. Außer uns, natürlich. Nun könnte man vermuten, dass sich etwas von diesen Tugenden auch in dem Theaterstück wieder findet, das konkurrenzlos als Nationaldrama der Deutschen gilt: Goethes FAUST. Meine heutige Wiederbegegnung mit diesem Knittelversgebirge lässt mich urteilen, dass FAUST in keiner der genannten Kategorien punktet. Ein Nationaldrama, das ganz anders ist als die Nation?

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01.01. +++ Der Erlkönig

Erlkoenig
König Erl, aus GOETHES GEDICHTE, Ebenhausen bei München: Wilhelm Langewiesche-Brandt, 1920.

Fangen wir auf der sicheren Seite an, dachte ich mir. Was Kleines, dachte ich mir. Wo fest steht, dass es auch Kunst ist. Und nahm einen Gedichtband vom Regal, um was ganz Klassisches aufzuschlagen: Goethes Erlkönig. Und las. Was nach einem mittelschweren Mittagessen geschah (es waren Bohnen im Spiel) und nachdem ich zum Lesen die gesunde horizontale Lage auf dem Sofa eingenommen hatte. Aber es ging mir gut, ich war neugierig darauf, den berühmten alten royalen Bekannten wieder einmal zu treffen, und ich las. Und spürte: Nichts. Gut, Lyrik verlangt schon auch ein bisschen mitdenken, beziehungsweise mitfühlen, also ging ich noch mal auf Los, konzentrierte ich mich und las noch einmal. Und siehe: eine große Schwere bemächtigte sich meiner. Und es war nicht meine Frau, die ist schlank. „01.01. +++ Der Erlkönig“ weiterlesen