27.01. +++ Bachelorette

Frauen sind halt Rosen, gell? Sie wollen gepflückt werden. Die Bachelorette 2014 - Anna (Bild von www.express.de)
Frauen sind halt Rosen, gell? Sie wollen gepflückt werden. Die Bachelorette 2014 – Anna (Bild von www.express.de)

Als Englischlehrer hat mans auch nicht leicht. Wenn ich mir vorstelle, THE TWO NOBLE KINSMEN von Shakespeare/Fletcher einer Schar unbedarfter Wissensempfänger zu vermitteln, stellen sich gleich zu Anfang so unangenehme Fragen wie: Ist das jetzt eine Komödie oder Romanze oder was? Immerhin stirbt einer der beiden Titelhelden am Schluss (wenn auch nicht auf Grund einer tragischen Verstrickung), und das gehört sich ja wohl nicht, bei harmlosen Romanzen, oder? Wahrscheinlich hat Eng. Lit. eine eigene Kategorie für diese Art von Stücken erfunden, eine, von der ich noch nie gehört hab, die aber voll wichtig ist, denn wenn man keine Kategorie hat, dann kann man schließlich nicht interpretieren. „27.01. +++ Bachelorette“ weiterlesen

18.02. +++ Ein Fünkchen Wahrheit

Ließ sich gern breitbeinig malen: Heinrich VIII. von England (Bild aus der Werkstatt Hans Holbeins des Jüngeren, von www.en.wikipedia.org)
Ließ sich gern breitbeinig malen: Heinrich VIII. von England (Bild aus der Werkstatt Hans Holbeins des Jüngeren, von www.en.wikipedia.org)

Wahrheit im Theater, oder in der Kunst allgemein, ist immer sonderbar, und manchmal auch komisch. Ich meine natürlich den Anspruch der Wahrheit mit großem W. Entweder wir akzeptieren die Kunst als Teil des Lebens, und dann ist sie immer wahr und „realistisch“ (noch so ein böses Wort), oder wir rahmen sie ein, stellen sie hoch, schließen sie weg, hinter den Schleier der Andersartigkeit, der „Künstlichkeit“, um sie zu entschärfen, und wenn dann noch von der „tieferen Wahrheit“ die Rede ist, wirds für den unbedarften Beobachter richtig unterhaltsam. Mein heutiges Kunstwerk trägt den gefährlichen Untertitel „All is True“ – „Alles ist wahr“, und hört ansonsten auf den Namen HENRY VIII. „18.02. +++ Ein Fünkchen Wahrheit“ weiterlesen

22.01. +++ So viel Falschheit

Titelseite der Erstausgabe von DOUBLE FALSEHOOD (Entnommen aus der Arden-Ausgabe)
Titelseite der Erstausgabe von DOUBLE FALSEHOOD (Entnommen aus der Arden-Ausgabe)

Ein wichtiges Prinzip in Shakespearekomödien ist, dass Frauen sich als Männer verkleiden und keiner sie dann mehr erkennt, noch nicht mal ihr Vater oder Bruder. Passiert im richtigen Leben ja auch ständig. In DOPPELTE FALSCHHEIT gibt es einen „Oberschäfer“ (Master shepherd), der die verkleidete Violante anguckt und sagt: „Du bist noch ne Frau!“ Dieser Scharfsinn ist noch ganz sympathisch, dummerweise will der Schäfer sie aber anschließend zu einem Schäferstündchen nötigen, was nur durch Zufall verhindert wird. Skurriles Stück, DOPPELTE FALSCHHEIT. Noch nie gehört? DOPPELTE FALSCHHEIT oder DIE VERZWEIFELTEN LIEBENDEN? „22.01. +++ So viel Falschheit“ weiterlesen