Was ist Weltliteratur?

Parthenon of Books

Neulich fragte mich jemand, was ich eigentlich glaube, das Weltliteratur sei. Eine berechtigte Frage, denn immerhin heißt mein Kanal großspurig nach diesem Genre, und vorneweg will ich ein freimütiges Geständnis ablegen: Nicht alle Werke, die ich bisher schon verplaymobilisiert habe und in Zukunft zusammenfassen werde, qualifizieren sich meines Erachtens für den schönen Titel „Weltliteratur“. „Was ist Weltliteratur?“ weiterlesen

16.04. +++ Das Schweigen

Unberechenbare Frühlingsgefühle brechen aus und machen das Leben so anstrengend...
Unberechenbare Frühlingsgefühle brechen aus und machen das Leben so anstrengend…

Haben Sie ihn vermisst? Wahrscheinlich nicht. Ich schon. Den täglichen Senf zur Kunst, und zwar fast zwei ganze Wochen lang. Zum ersten Mal seit Anfang des Jahres habe ich die tägliche Bloggerei unterbrochen, weil (a) Ostern war, (b) ein kulturelles Großprojekt ins Haus geschneit kam und meine Aufmerksamkeit fesselte und (c) ich tatsächlich etwas mehr Sport gemacht habe. Das soll natürlich alles nicht so bleiben, vor allem mit Ostern ist es jetzt endgültig vorbei, für dieses Jahr, noch nicht mal orthodoxe Ostern sind mehr. Da es sich bei diesem Blog um einen Langzeitversuch zum regelmäßigen Kulturkonsum handelt, will ich an dieser Stelle die Folgen der Schreibabstinenz zusammenfassen.

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01.04. +++ Sterbehilfe in Brügge

Ziemlich hoch und ganz schön gotisch: Der gefährliche Belfried in Brügge (Bild von www.urlaubsziele.com)
Ziemlich hoch und ganz schön gotisch: Der gefährliche Belfried in Brügge (Bild von www.urlaubsziele.com)

Wenn man irische Eltern hat, aber in London geboren wird, ist man offenbar Ire. Sogar, wenn man anschließend in London aufwächst. Offenbar ist der Schmelztiegel London mittlerweile so beliebig, dass die exotischere Identität (wenn Irland denn exotisch ist) für die Seele besser ist. Ich habe den Autor und Regisseur Martin McDonagh natürlich nicht gefragt, ob er sich als Engländer oder als Iren sieht, aber die Tatsache, dass er allenthalben als „irischer Künstler“ gehandelt wird, deutet darauf hin, dass es ihm zumindest nichts ausmacht. Und wer würde sich nicht gern in die glorreiche schriftstellerische Tradition der grünen Insel einreihen. Zum Thema „berühmte Schriftsteller aus Nordhessen“ fallen mir jedenfalls nicht so furchtbar viele ein. Um kulturelle Tradition geht es auch in McDonaghs Langfilmdebüt aus dem Jahre 2008, BRÜGGE SEHEN… UND STERBEN?.

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21.03. +++ Trash

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In dubio pro arte: John Elsas

Ich gebe zu, dass ich diesen Kalenderspruch auch schon in den Mund genommen habe: „Ist das Kunst oder kann das weg?“ Denn natürlich ist es angesichts der Theorielastigkeit des Kunstbetriebes heutzutage keineswegs immer leicht, Kunst als solche zu identifizieren. Zu vielfältig sind die Möglichkeiten, die Erscheinungsformen, die Diskurse. Unsichtbares Theater, urbane Environments, inszenierte Realität – wer würde da Kunst gleich erkennen, wenn er sie sieht. Das Körnchen Wahrheit ist also, wie immer bei dem was der Volksmund so ausspuckt, gar nicht so klein, aber je länger ich dieses alte Kaugummi so im Munde herumzwirbele, desto schaler wird es mir. Denn wenn Kunst so billig und abgefuckt ist, dass sie selbst bei genauem Hinsehen erst dann von Müll unterschieden werden kann, wenn man ein Preisschild daran entdeckt hat, dann stimmt mit der Kunst etwas nicht, oder der Gesellschaft, oder beiden. „21.03. +++ Trash“ weiterlesen

20.03. +++ Im Kleinen

Einer muss ja für spirituelle Ordnung sorgen: The boy who lived (Bild von www.pinterest.com)
Einer muss ja für spirituelle Ordnung sorgen: The boy who lived (Bild von www.pinterest.com)

Eine wesentliche Zutat für Kunst liegt in der Selbstbeschränkung des Künstlers. Wenn ich einen Tisch aus Holz nachbaue, um einen hölzernen Tisch abzubilden, dann erhalte ich vielleicht einen tollen Tisch, aber keine Kunst. Wenn ich Papier und einen Bleistift dazu benutze, siehts schon ganz anders aus, obwohl der Tisch deutlich weniger benutzbar sein dürfte. Der Umweg über ein anderes Medium macht die Beschaffenheit der Dinge sichtbar, und manchmal gehts auch einfach nur darum, Sachen in den richtigen Rahmen zu legen/stellen/setzen, damit sie sichtbar und so zu Kunst werden. Das liebste Objekt der Kunst ist natürlich der Mensch, der seit Menschengedenken und darüber hinaus unter Nutzung aller möglichen verfügbaren Medien abgebildet wurde und wird. Im Zeitalter des Postpost, kurz Popo, bedient sich der Künstler von Welt natürlich gern aus dem Fundus bereits vorhandener Formen und Sachen, statt was Eigenes zu entwickeln. Zum Beispiel Playmobilfiguren. Nein, keine Bange, das wird kein Beitrag über meinen eigenen Quatsch, sondern vielmehr möchte ich ein paar Annäherungen an das „Medium“ Playmobil vorstellen.

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12.02. +++ Gewicht

David Adjaye, Modell zur MOSCOW SCHOOL OF MANAGEMENT SKOLKOVO
Massiv: David Adjaye, Modell zur MOSCOW SCHOOL OF MANAGEMENT SKOLKOVO

Manchmal ist Kunst ein bisschen anstrengend, jedenfalls in Form von Ausstellungen. Da ich heute ohnehin im Haus der Kunst war, wollte ich das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden, und mir auch noch die aktuellen Ausstellungen anschauen. Es wird geboten: Der Medienkünstler (? sagt man das so? jedenfalls gab es eine ganze Menge Medien in seiner Abteilung) Mark Leckey und der Architekt David Adjaye. Nachdem Herr Leckey und ich uns nicht auf Anhieb sympathisch waren, habe ich mich ein bisschen länger in der Architektur-Abteilung getummelt. Und mir dabei ein paar ganz grundsätzliche Fragen gestellt: Wie ausstellbar ist Architektur? Wie nötig ist es, sie auszustellen? Ist das eigentlich Kunst? „12.02. +++ Gewicht“ weiterlesen

30.01. +++ Am Ende

Melancholia
Ob der kosmische Totentanz so aussehen wird? Still aus MELANCHOLIA (Foto: Wikipedia)

Wenn man sich mal an den täglichen Kunstkonsum gewöhnt hat, bringt das nicht nur Vergnügen mit sich. Heute zum Beispiel war ich den ganzen Tag ein bisschen übellaunig, weil ständig noch irgendwas anderes zu erledigen war, so dass ich wirklich fürchten musste, nicht dazu zu kommen. Keine Kunst? Welchen Sinn hätte dann der Tag gehabt? „30.01. +++ Am Ende“ weiterlesen

Verzapft +++ Was Kunst ist

Achtung, sie können mich mit folgendem nur vage plagiierten Satz zitieren: „Kunst ist die Spur, die das Ringen des Menschen mit sich selbst hinterlässt.“ Also eine absichtlich gelegte Spur, damit man (die Ermittler, die den Tatort zu Gesicht bekommen) sich Gedanken zum Tathergang macht. Machen. Kunst ist demnach etwas, das Leute benutzen, um andern Leuten, die sie womöglich gar nicht kennen, etwas zu sagen, ohne es ihnen direkt zu sagen. Damit sies später mal besser haben, zum Beispiel. „Verzapft +++ Was Kunst ist“ weiterlesen