08.05. +++ High on Emotion

Ob Caius Martius Coriolanus sein heimliches Vorbild ist? Er hält jedenfalls ebenso wenig mit seinen Gefühlen hinterm Berg wie der Römer: Dieter Bohlen (Bild von www.sueddeutsche.de)
Ob Caius Martius Coriolanus sein heimliches Vorbild ist? Er hält jedenfalls ebenso wenig mit seinen Gefühlen hinterm Berg wie der Römer: Dieter Bohlen (Bild von www.sueddeutsche.de)

Egal ob bei DSDS, Supermodel, Dschungelcamp, Let’s Dance oder Bachelor – um Inhalte und Sachfragen geht es nur am Rande. Was das Privatfernsehen in den letzten Jahren zur großen Kunst erhoben hat, ist die Ausweitung und Ausweidung der Gefühligkeit. „Zu leiden, zu weinen, zu genießen und zu freuen sich“, darum gehts, anders ist es wohl kaum zu erklären, warum Juryentscheidungen, Rosenvergaben, Battles und Rendezvous unendlich in die Länge gezogen, analysiert, wiedergekäut und bis zum letzten Tropfen ausgepresst werden: Das „echte“ Gefühl, das die Beteiligten in diesen „Schicksalsmomenten“ hatten, bringt Quote, überwindet die Trennung durch das Medium, verbindet die Zuschauerschaft völlig authentisch-menschlich in einer Zeit, in der wir als Gesellschaft spüren, wie das Universum auseinander driftet. Und obwohl es ein großartiges Stück ist, und weder in Form noch Geschichte etwas mit diesen Sendungen gemein hat: Shakespeares CORIOLANUS tut genau dasselbe. „08.05. +++ High on Emotion“ weiterlesen