Provinz On Air #TheaterimNetz

Livestream_Theater_UlmEin Beitrag zur #Blogparade #TheaterimNetz. Danke für die Initiative, liebe Kulturfritzen. 🙂

Es ist ja nicht alles schlecht, was aus dem Stadttheater kommt. Ich zum Beispiel. Bis 2014 habe ich als Dramaturg in Ulm gearbeitet und da ein Livestreaming-Projekt aufgebaut, von dem ich ein bisschen erzählen möchte.* Die Idee entstand aus der Zusammenarbeit mit einer lokalen Internet-Plattform (früher gabs ja noch andere soziale Netze außer Facebook…) team-ulm.de. Mehrere der Macher dieses Teams (zum Beispiel der großartige Stefan Kaufmann) begleiteten mit fantastischem Engagement die Poetry Slams, die wir im Theater veranstalteten, indem sie jedesmal Videobeiträge zu YouTube stellten. Da sie auch Erfahrung mit Livestreaming hatten, beschlossen wir, ein Slam-Event aus dem Großen Haus des Theaters live zu übertragen (POETRY! DEAD OR ALIVE? am 18.03.2011). Dieser Testlauf verlief qualitativ sehr zufriedenstellend – wir hatten ihn allerdings nicht an die große Glocke gehängt. „Provinz On Air #TheaterimNetz“ weiterlesen

06.11. +++ Provokation

Kein Grund, den Schleier vor die Augen zu halten - anschauen kann man sichs ja mal. (Jörg-Heinrich Benthien und Sidonie von Krosigk. Bild von www.theater.ulm.de)
Kein Grund, den Schleier vor die Augen zu halten – anschauen kann man sichs ja mal. (Jörg-Heinrich Benthien und Sidonie von Krosigk. Bild von www.theater.ulm.de)

Heute war ich nicht im Theater, heute war das Theater bei mir. Livestream, mal wieder, und zwar aus Ulm. Und vorneweg gebührt es sich zu sagen: Glückwunsch, Kollegen – das war, was die Qualität der Technik betrifft, erste Sahne; besonders hervorzuheben ist der gute Sound. Das Projekt ist den Kinderschuhen entwachsen, würde ich sagen. So ungeteilt positiv kann ich über das Stück bzw. die Inszenierung nicht urteilen. Auf dem Programm stand IM NAMEN VON, jenes Voltaire-Werk namens MAHOMET, LE PROPHETE, das von Goethe ins Deutsche übersetzt und dann gnädig vergessen wurde, bis der Ulmer Intendant es zu Anfang dieser Spielzeit wieder hervorholte, bearbeitete und ihm den neuen Titel gab. Fairerweise muss man sagen, dass das Stück nicht das schlecht verschleiertes Islam-Bashing ist, das man erwarten konnte, im Gegenteil stellt das Stück – wie es durchaus Voltaires Absicht war – religiösen Fanatismus ganz allgemein an den Pranger, um allerdings an jeder Ecke in Klammern einzufügen: Wie das im Islam nun mal so ist.

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08.02. +++ Hautnah

Diana Damrau (Lucia) und Pavol Breslik (Edgardo) in LUCIA DI LAMMERMOOR (Foto von www.staatsoper.de)
Stillleben mit impulsiver Dame: Diana Damrau (Lucia) und Pavol Breslik (Edgardo) in LUCIA DI LAMMERMOOR (Foto von www.staatsoper.de)
Aristokraten habens auch nicht leicht. Zum Beispiel der nette Herr Ashton, der nun wirklich Sorgen genug hat, einen Todfeind, ein großes Haus, Geldprobleme, und dann auch noch eine unverheiratete Schwester, die partout nicht macht was er will. Lucia, so der Name des Satansbratens, hat sich ausgerechnet und bestimmt absichtlich in eben diesen Todfeind, Edgardo, verliebt und er auch in sie und sie wollen heiraten. Weil das Enrico, so heißt ihr Bruder mit Vornamen, verhindern will, jubelt er ihr einen gefälschten Brief von Edgardo unter, um dessen Untreue zu beweisen und sie zur Heirat mit Enricos Verbündetem Lord Bucklaw zu bewegen. Was dann auch passiert; sie unterschreibt den Heiratsvertrag und just in diesem Moment stürzt ihr ehemaliger Zukünftiger Edgardo herein und – „08.02. +++ Hautnah“ weiterlesen