26.03. +++ Siegfried im Schlachthaus

Da röchelt er noch (der Drache): Siegfried (Jakob Geßner) auf dem Weg in die Drachenwurstküche (Foto Arno Declair, Volkstheater München)
Da röchelt er noch (der Drache): Siegfried (Jakob Geßner) auf dem Weg in die Drachenwurstküche (Foto Arno Declair, Volkstheater München)

Der ehemalige (?) deutsche Nationalheld Siegfried ist für eine legendäre Metzgerleistung berühmt: einen Drachen heroisch und fachgerecht zu filetieren. Das Metzgerhandwerk haben die Macher von SIEGFRIED am Volkstheater zum Leitmotiv erhoben, denn in der Generalprobe der Uraufführung wird die Heldenfigur so lustvoll und gnadenlos zerlegt, dass Kot, Schweiß und Tränen fliegen. Wer alles Wagnerianische von den Heldenknochen pflücken möchte, wird seinen Spaß haben, an diesem Abend.

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04.02. +++ Einheitsgrau

August Zirner als NATHAN DER WEISE (Foto: www.fjs-foto.de)
August Zirner als NATHAN DER WEISE (Foto: www.fjs-foto.de)
Schlechte Theaterkritiken, Verrisse, sind meistens auch schlecht geschrieben. Gute Theaterkritiken sind auch oft schlecht geschrieben, aber das stört dann die Wenigsten. Was mich persönlich an schlecht geschriebenen Theaterkritiken nervt, ist, dass der Verfasser sich zum Korrektor aufschwingt und den dummen Theatermachern im Namen des Autors oder anderer Instanzen (nicht zuletzt seiner eigenen Einsichten ins Werk oder die Regiekunst im allgemeinen) die Fehler in der Inszenierung rot anstreicht. Natürlich kommt jeder Zuschauer, sogar Kritiker, mit Erwartungen ins Theater, und sei es auch nur die, dass es möglichst schnell vorbei ist. Aber wie bei jedem Kommunikationsprozess wärs schön, zumal wenn man sich zu einer Bewertung anschickt, den anderen, bzw. hier die Kunst, erstmal an seinen/ihren eigenen Maßstäben zu messen. Was bedeutet, dass man sich an die mühevolle Aufgabe machen muss, herauszufinden, was dem Künstler wohl wichtig war.

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