PHONE HOME – Theater Vernetzt!

PHW 100316 21Wann hast du zuletzt nach Hause telefoniert? Wie bleiben wir in Verbindung? Ist der Schmerz oder die Freude größer, wenn wir uns hören und sehen – aber nicht spüren? Die Finger tanzen einen Sehnsuchtstanz auf dem Zauberspiegel des Handys.

Wir leben in einer global vernetzten Welt. Die Tatsache, dass seit Monaten hunderttausende Geflüchtete nach Europa kommen, hat mit wirtschaftlicher Not, mit Konflikten und Kriegen, aber mehr noch mit der Tatsache zu tun, dass Informationen über die Möglichkeiten von Flucht und Migration überall auf der Welt verfügbar sind. Nicht nur die Geflüchteten, auch Politik, Hilfsorganisationen, Firmen bemühen sich intensiv durch internationale Kommunikation der Krise Herr zu werden. Damit wird das Internet zum zentralen Ort, an dem sich Flucht manifestiert. Mit dem international vernetzten Theaterprojekt PHONE HOME beschreiten wir einen neuen Weg der Theaterarbeit: Theatermacher aus drei Ländern erarbeiten gemeinsam ein Stück, das gleichzeitig auf drei Bühnen in London, München und Athen gespielt und über Videokonferenzen miteinander verbunden ist. Dabei geht es um eine Frage: Wie kommunizieren wir über Flucht und Migration? „PHONE HOME – Theater Vernetzt!“ weiterlesen

Fenster zur Welt #TheaterimNetz

Bild aus einem Rechercheworkshop zu PHONE HOME im Pathos München: Smartphones sind das wichtigste Werkzeug auf der gefährlichen Reise nach Europa.
Bild aus einem Rechercheworkshop zu PHONE HOME im Pathos München: Smartphones sind das wichtigste Werkzeug auf der gefährlichen Reise nach Europa.

Ein Beitrag zur #Blogparade #TheaterimNetz der Kulturfritzen

Wenn ich mal Zeit hätte, würde ich eine Studie über webbasierte oder webverwebte oder netzvernetzte Theaterprojekte machen. Da gibt’s nämlich viel mehr, als man so kennt. Zum Beispiel PHONE HOME, eine Kooperation von Pathos München, Highway Productions Athen und Upstart Theatre London, für das gerade die Recherchephase läuft – aber dazu später. Ich hab ja vorletzte Woche über das Livestreaming-Projekt in Ulm erzählt, das m.E. ein Schritt in die richtige Richtung ist, aber eben nur ein Schritt: Denn die Liveübertragung von Theater, selbst wenn sie von Chats und interaktiven Publikumsgesprächen flankiert wird, ist nicht viel was anderes als Fernsehen. Die Demokratisierung der Videoübertragung durch Livestreaming hat logischerweise ein viel größeres Potential: Viele Sender. Mikel Bower hat es in seinem Beitrag Lasset uns die Theater benetzen! neben vielen anderen Dingen angerissen: Der Input über das Netz IN die Theater muss stärker genutzt werden. „Fenster zur Welt #TheaterimNetz“ weiterlesen

27.04. +++ Himmelwärts

Die finnische Performance-Gruppe OBLIVIA - hier ein Foto aus KA-BOOM, ihrer letzten Performance (Bild von www.flickr.com)
Die finnische Performance-Gruppe OBLIVIA – hier ein Foto aus KA-BOOM, ihrer letzten Performance (Bild von www.flickr.com)

Okay, ich gebe zu, dass ist jetzt ein eher ungewöhnliches Kunstwerk, über das ich schreibe, aber ich bemühe mich (a) um Knappheit und (b) um Genauigkeit, ja? Also aufgepasst: Eine Frau steht mit dem Rücken zu mir, sie hat den Kopf gesenkt und die Arme angewinkelt, vielleicht betet sie. Sie lässt die Arme sinken, hebt den Blick weit nach oben, bis ihr Rücken ganz konvex nach hinten gebogen ist. Sie beginnt, rückwärts zu gehen; langsam, tastend. Sie geht sehr langsam, und doch gewinnt sie keine Sicherheit beim Gehen. „27.04. +++ Himmelwärts“ weiterlesen

27.01. +++ Seidenpapier

Fräulein Freundlich, FAST EIN BISSCHEN FRÜHLING (Foto: Malte Kreutzfeldt, von www.pathosmuenchen.de)
Fräulein Freundlich, FAST EIN BISSCHEN FRÜHLING (Foto: Malte Kreutzfeldt, von www.pathosmuenchen.de) Was das böse Kind mit dem Abend zu tun hat? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist es die Seele der Geschichte?
Zum Beispiel die Blüten aus Seidenpapier, die Tanya Häringer aka Dorly Schupp zu Beginn der Vorstellung rollt. Sie klebt sie mit dem Kreppband, das zu ihrer Allzweckwaffe an diesem Abend werden wird, an einen Buschast und bringt ihn so zum Blühen. Wieso? Vielleicht, weil sie und ihre beiden Mitstreiter Peter Lutz (Puppenspiel) und Dominik Obalski (Musik) so einige fantastische Blumensträuße aus ihren vielen Theaterkisten zaubern, um die Welt der Schallplattenverkäuferin Dorly und der beiden Schwerverbrecher Kurt Sandweg und Waldemar Velte auferstehen zu lassen.  „27.01. +++ Seidenpapier“ weiterlesen