11.11. +++ Das Schweigen

Lassen wir sie weiterreden und weitermachen, oder sagen wir was dazu? Links die Brandstifter, rechts Biedermann.
Lassen wir sie weiterreden und weitermachen, oder sagen wir was dazu? Links die Brandstifter, rechts Biedermann.

Es war scharf formuliert, das gebe ich zu: „Wer wegguckt, wenn Brandstifter sich in der Nachbarschaft einnisten, der reicht ihnen das Feuerzeug. Und wer schweigt, wenn Pegida, AfD und andere Rechtsextreme demonstrieren, der hat Freiheit und Demokratie nicht verdient.“ Dieses Fazit habe ich ans Ende der To-Go-Version von Frischs BIEDERMANN UND DIE BRANDSTIFTER gestellt. Es hat viel Zustimmung hervorgerufen, aber auch Widerspruch. Dieser Widerspruch, insbesondere von einer Nutzerin auf Facebook, hat mich etwas mitgenommen, weil es sich dabei um eine ausgefeilte Argumentation handelte, etwa in folgendem Sinne: „Woher nehmen Sie das Recht, bestimmte Positionen zu verdammen? Demokratie lebt doch von der Diskussion. Gibt es jetzt eine Zensur oder was?“ Es fielen Begriffe wie „besorgte Bürger“ und es wurde unterstellt, ich würde „Angst schüren“, indem ich diese armen Leute in eine rechtsextreme Ecke stelle. „11.11. +++ Das Schweigen“ weiterlesen

30.04. +++ Ithaka

Ein Blick wie ein Skalpell: Wolfgang Koeppen in den 50ern. Sein Roman TAUBEN IM GRAS erschien 1951. (Bild von www.wolfgang-koeppen-stiftung.de)
Ein Blick wie ein Skalpell: Wolfgang Koeppen in den 50ern. Sein Roman TAUBEN IM GRAS erschien 1951. (Bild von www.wolfgang-koeppen-stiftung.de)

Eigentlich schreibe ich zu der Literatur, die ich in der Reihe „Sommers Weltliteratur to go“ verhackstücke, nicht auch noch Blogbeiträge, aber heute muss es mal sein. Ist ja Freinacht, da ist alles erlaubt, oder? TAUBEN IM GRAS von Wolfgang Koeppen ist nur das erste einer Reihe von epischen Werken, die ich mir in der nahen Zukunft als Playmobil-Videos vorgenommen habe, ich habe es heute mit einigen Schwierigkeiten zusammengezimmert. Die größte Schwierigkeit war sicherlich die Tatsache, dass die 105 Episoden des Werkes alle einigermaßen gleichberechtigt daherkommen. Natürlich gibt es entscheidende Szenen, aber schon um den zweiten Platz liefern sich etliche Episoden einen erbitterten Kampf. „30.04. +++ Ithaka“ weiterlesen

29.01. +++ Körpersprachgewaltexzess

Eine der wenigen zeitgenössischen Shakespeare-Illustrationen (Quelle: Wikipedia)
Eine der wenigen zeitgenössischen Shakespeare-Illustrationen, das so genannte „Peacham Drawing“ (Quelle: Wikipedia)

Ein alternder, noch immer erfolgreicher Feldherr kehrt nach Hause zurück. Von den einst zwanzig Söhnen sind die meisten schon gefallen, fürs Vaterland. Auch von diesem „Sieg“ über die Goten bringt er wieder die Leichen von Söhnen mit. Das Volk von Rom dient ihm die Kaiserwürde an – aber er hat eine sehr fest gefügte Vorstellung von seiner Rolle im System des Staates, er will dienen. Und das wird ihm zum Verhängnis. Er verliert bis auf einen Sohn alle anderen, seine Tochter wird vergewaltigt, ihre Hände abgeschlagen und ihre Zunge herausgerissen, er selbst verliert eine Hand – und das sind noch nicht alle Toten, die in diesem Stück beklagt werden. „29.01. +++ Körpersprachgewaltexzess“ weiterlesen