16.03. +++ Gemüse des Todes

Beweisstück eins: Das verführerisch duftende Schulbuch meiner Eltern
Beweisstück eins: Das verführerisch duftende Schulbuch meiner Eltern

Ich verdanke meine Zuneigung zur Lyrik nicht unwesentlich einer dünnen Sammlung namens FÜNFUNDSIEBZIG DEUTSCHE BALLADEN, die meinem Vater oder meiner Mutter aus dem Eigentum des Staates Hessen übereignet wurden und sich auf unserem Dachboden in einer alten Anrichte befanden. Gut, vielleicht hat eine/r von beiden das Büchlein auch geklaut, denn einen entsprechenden Stempel („Dem Schüler übereignet“ [damals hatte mans noch nicht so mit „der Schülerin“]) sucht man darin vergebens. Das Büchlein roch son bisschen streng, aber das hielt mich weder davon ab, es mir selbst zu übereignen, noch mich für die darin enthaltenen rhythmischen erzählenden Gedichte zu begeistern. „16.03. +++ Gemüse des Todes“ weiterlesen

16.02. +++ Sprachlos

Er hat das letzte Wort: Friedrich Hölderlin (Bild von www.de.wikipedia.org)
Er hat das letzte Wort: Friedrich Hölderlin (Bild von www.de.wikipedia.org)

Es geschehen sonderbare Dinge, wenn die Sprache uns loslöst – loslässt, wollte ich sagen. Sprache: Der Heilsweg der Lutheraner. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich Worte immer als mächtig empfunden habe, dass mich die Grenzen ihrer Möglichkeit so interessieren. Wo verzweifeln die Wortmaler an ihrem Werkzeug? Wo ist der letzte Laut geschöpft? Spuren der Sprachskepsis finden sich, solange Menschen denken und schreiben, aber extrem wird der Vertrauensverlust in die Sprache mit der Moderne. Natürlich: Wenn es keine Magie mehr gibt, wenn der Himmel leer ist, wie sollte dann das Wunder der Kommunikation überhaupt möglich sein? Heute habe ich ein Stück Literatur noch einmal gelesen, dass – vor der Moderne geschrieben – diese Crux so stechend ausdrückt, dass es schmerzt. „16.02. +++ Sprachlos“ weiterlesen