Ich bin Kulturpopulist

In meiner Kurzfassung von Bertolt Brechts LEBEN DES GALILEI habe ich im Fazit eine Parallele gezogen zwischen dem politischen Populismus heute und dem von mir so genannten „religiösen Populismus“ der Kirche zur Zeit von Galilei. Die Kirche verbot das heliozentrische Weltbild des Machterhalts willen, entschied sich also wissentlich für die Unwahrheit. Den gleichen Vorgang, nämlich die wissentlich unterkomplexe und damit falsche Darstellung von Fakten aus Gründen des Strebens nach Macht sehen wir im populistischen Diskurs. Nun wurde mir angesichts dieses Gedankens vorgeworfen, es sei absurd, dass ich, als ständiger Vereinfacher (von literarischen Werken), andern Leuten ihre Vereinfachungen vorwerfe. Das hat mich zu einem Nachdenken über den Populismus inspiriert, weshalb ich die folgenden Gedanken mit euch teilen möchte. „Ich bin Kulturpopulist“ weiterlesen

04.02. +++ Einheitsgrau

August Zirner als NATHAN DER WEISE (Foto: www.fjs-foto.de)
August Zirner als NATHAN DER WEISE (Foto: www.fjs-foto.de)
Schlechte Theaterkritiken, Verrisse, sind meistens auch schlecht geschrieben. Gute Theaterkritiken sind auch oft schlecht geschrieben, aber das stört dann die Wenigsten. Was mich persönlich an schlecht geschriebenen Theaterkritiken nervt, ist, dass der Verfasser sich zum Korrektor aufschwingt und den dummen Theatermachern im Namen des Autors oder anderer Instanzen (nicht zuletzt seiner eigenen Einsichten ins Werk oder die Regiekunst im allgemeinen) die Fehler in der Inszenierung rot anstreicht. Natürlich kommt jeder Zuschauer, sogar Kritiker, mit Erwartungen ins Theater, und sei es auch nur die, dass es möglichst schnell vorbei ist. Aber wie bei jedem Kommunikationsprozess wärs schön, zumal wenn man sich zu einer Bewertung anschickt, den anderen, bzw. hier die Kunst, erstmal an seinen/ihren eigenen Maßstäben zu messen. Was bedeutet, dass man sich an die mühevolle Aufgabe machen muss, herauszufinden, was dem Künstler wohl wichtig war.

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