06.11. +++ Provokation

Kein Grund, den Schleier vor die Augen zu halten - anschauen kann man sichs ja mal. (Jörg-Heinrich Benthien und Sidonie von Krosigk. Bild von www.theater.ulm.de)
Kein Grund, den Schleier vor die Augen zu halten – anschauen kann man sichs ja mal. (Jörg-Heinrich Benthien und Sidonie von Krosigk. Bild von www.theater.ulm.de)

Heute war ich nicht im Theater, heute war das Theater bei mir. Livestream, mal wieder, und zwar aus Ulm. Und vorneweg gebührt es sich zu sagen: Glückwunsch, Kollegen – das war, was die Qualität der Technik betrifft, erste Sahne; besonders hervorzuheben ist der gute Sound. Das Projekt ist den Kinderschuhen entwachsen, würde ich sagen. So ungeteilt positiv kann ich über das Stück bzw. die Inszenierung nicht urteilen. Auf dem Programm stand IM NAMEN VON, jenes Voltaire-Werk namens MAHOMET, LE PROPHETE, das von Goethe ins Deutsche übersetzt und dann gnädig vergessen wurde, bis der Ulmer Intendant es zu Anfang dieser Spielzeit wieder hervorholte, bearbeitete und ihm den neuen Titel gab. Fairerweise muss man sagen, dass das Stück nicht das schlecht verschleiertes Islam-Bashing ist, das man erwarten konnte, im Gegenteil stellt das Stück – wie es durchaus Voltaires Absicht war – religiösen Fanatismus ganz allgemein an den Pranger, um allerdings an jeder Ecke in Klammern einzufügen: Wie das im Islam nun mal so ist.

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